Schaulaufen auf dem Red CarpetZu viel ist gerade genug

Ist es ein Anzug? Oder doch ein Kleid? Egal, Hauptsache es wird fotografiert. Der rote Teppich bei der 91. Oscar-Verleihung - ein Spektakel zwischen Relevanz und Auffallen um jeden Preis.

Die Oscar-Verleihungen der jüngeren Vergangenheit waren explizit politisch (#oscarssowhite, #askhermore, #metoo). Im vergangenen Jahr noch - das Bekanntwerden der Vorwürfe gegen Filmproduzent Harvey Weinstein lag gerade einmal ein paar Monate zurück - musste Moderator Jimmy Kimmel den Spagat zwischen Systemkritik und humoriger Selbstbespiegelung meistern. Und in diesem Jahr? Fehlte das eine große Thema. Dafür gab es von vielem, was die Amerikaner in diesen Tagen umtreibt (mehr dazu lesen Sie hier), ein bisschen: So standen bei den 91. Academy Awards so viele Frauen wie selten auf der Bühne - gut möglich also, dass der hierzulande eher unbekannte Sänger Billy Porter mit seinem Oscar-Outfit dem inoffiziellen Jahr der Frauen Rechnung tragen wollte. Oder er buhlte schlicht ganz schamlos um Aufmerksamkeit - das ist schließlich ein Dauermotto bei der wichtigsten Filmpreisverleihung der Welt.

Bild: AFP 25. Februar 2019, 01:542019-02-25 01:54:31 © SZ.de/biaz