SZ-Kolumne "Bester Dinge":Bibel XXS

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(Foto: HGM-Press)

Eine englische Krankenschwester zieht mit ihrem Metalldetektor los und findet auf einem Acker ein Kleinod, so klein, dass man dafür das Wort Winzigod erfinden müsste.

Von Alexander Menden

Es gibt Menschen, die empfinden es als besten Zeitvertreib der Welt, in Gummistiefeln und mit einem Metalldetektor über offenes Gelände zu stromern und darauf zu warten, bis ihr Gerät ausschlägt. Sie hoffen, dass sie irgendetwas Altes, Wertvolles entdecken werden. Eine römische Münze aus der Regierungszeit des Kaisers Hadrian, zum Beispiel, oder einen Wikingergoldzahn oder einen Uniformknopf aus den napoleonischen Kriegen. Oft ist das Geschichtsträchtigste, was diese Sondengänger finden, ein flaches Stück Aluminium aus der Ära, in der man die Metalllasche an Cola-Dosen noch nicht ins Getränk hineindrückte, sondern von der Dose abriss.

Solchen privaten Aktivitäten sind in Deutschland gesetzlich enge Grenzen gesetzt, in England sind sie weit verbreitet. Dort finden Hobby-Archäologen immer wieder Schätze. Wie jüngst die Krankenschwester Buffy Winship Bailey. Auf einem Acker in der Grafschaft Yorkshire spürte sie mit ihrem Detektor ein winziges Objekt aus Gold auf, nicht einmal anderthalb Zentimeter hoch und fünf Gramm schwer. Das Verblüffendste war, dass das Kleinod die Form eines aufgeklappten Buches hatte. Die beiden sichtbaren Seiten zeigen die Heiligen Margreta und Leonhard. Das Ganze soll umgerechnet rund 116 000 Euro wert sein.

Nun könnte man fragen: Gut und schön, aber was macht man mit einem Buch, das nur zwei Seiten hat? Die Antwort lautet: Jeden Tag draufschauen und es mit dem guten Gefühl wieder in die Tasche stecken, ein ganzes Buch gelesen zu haben (auch wenn der Inhalt nur aus Bildern besteht). Und noch dazu eins der kleinsten und teuersten Bücher, die je gedruckt, nein: geschmiedet wurden.

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