SZ-Kolumne „Bester Dinge“Wenn die Schafe Stacheln tragen

Das Gailtalter Schaf „Ananas“  könnte mit der neuen Art von Wolfsabwehr bald Schule machen.
Das Gailtalter Schaf „Ananas“  könnte mit der neuen Art von Wolfsabwehr bald Schule machen.
Screenshot/Facebook/ LT1 OÖ

Ein Gailtaler Bauer schützt sein Mutterschaf mit einer Art Kettenhemd vor Wolfsangriffen. Gute Idee. Schließlich gilt es, das Böse immer möglichst effizient zu bekämpfen.

Von Martin Zips

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Der Mensch neigt oft eher zur Behandlung von Symptomen als zur Bekämpfung von Ursachen, weshalb es bis jetzt auch nichts geworden ist mit dem Ende der Klimakrise, dem Schutz vor digitalen Gefahren, der gerechten Verteilung von Kapital und des Friedens auf der Welt. Denn: Da gilt es ja, so vieles noch abzuwägen, da muss man erst noch mal drüber sprechen, damit man niemanden verprellt.  Das kann man ja nicht alles so hoppla hopp machen, was denken denn Sie?

Der Schafbauer Martin Martin (ein grandioser Name übrigens) aus dem österreichischen Gailtal hat keinen Bock mehr gehabt, auf andere zu warten. Er hat, hoppla hopp, seinem Mutterschaf „Ananas“ ein Gitterhemd übergezogen, als Schutz vor dem Wolf. Weil so ein Mutterschaf, das ist halt schon wichtig, damit es mit der Herde weitergeht. Und die Verluste der Schafbauern sind hoch.

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Erfunden hat das Stachelnetz der Kärntner Rudolf Schaubach, und vielleicht bewährt es sich auch. Bequem dürfte die Ritterweste für Ananas zwar nicht sein, aber zumindest hat ihr Netz Löcher, also dort, wo das Euter ist und hinten auch, wo Gitternetze fast immer stören. Aber da dürften die Tierschützer schon sehr zufrieden sein, weil der Wolf natürlich auch künftig weiter rumlaufen darf, wenn alle Schafe Netze tragen. Der Gailtaler Bauer wird den Schafschutz sicher schon irgendwie hinbekommen. Notfalls mit Drohnen oder so. Und natürlich werden wir ihn beim Kauf neuer Schafnetze immer unterstützen. Schließlich sind wir eine große internationale, solidarische Gemeinschaft. Da hält man doch zusammen.

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