Sardinien Bergarbeiter verbarrikadieren sich mit 350 Kilo Sprengstoff

"Wir fürchten um unsere Jobs": Dutzende Bergarbeiter haben sich in einer italienischen Mine mit mehreren hundert Kilogramm Sprengstoff verschanzt. So wollen sie Druck auf die Regierung ausüben - für die Zukunft des Bergwerks haben sie schon einen Plan.

Fast 100 Bergarbeiter haben sich auf Sardinien mit 350 Kilogramm Sprengstoff in einer Kohlezeche verschanzt, um gegen die Schließung des Bergwerks Carbosulcis zu protestieren. Mit der Aktion in 400 Meter Tiefe wollen die Bergleute Druck auf die Beratungen der Regierung über die Zukunft des einzigen italienischen Kohlebergwerks ausüben.

"Wir machen uns Sorgen, dass das Bergwerk geschlossen werden könnte", sagte ein 54-jähriger Bergmann. "Wir fürchten um unsere Jobs." Er und seine Kollegen würden so lange unter Tage bleiben, bis sie eine Zusage der Regierung bekämen, dass die Zukunft des Bergwerks gesichert sei.

Die Bergleute plädieren für eine Kombination von Kohleförderung und der Einlagerung von Kohlendioxid, um das Bergwerk zu halten. Diese umstrittene Einlagerung gilt bei Befürwortern als eine Möglichkeit, die Atmosphäre von Treibhausgas zu entlasten und damit die Klimaveränderung zu verlangsamen.

Die Bergleute von Carbosulcis westlich der Stadt Cagliari haben ihre Zeche schon in den Jahren 1984, 1993 und 1995 in Protestaktionen besetzt. Einmal hielten sie 100 Tage aus. In dieser Woche wollte das Wirtschaftsministerium laut eines Berichts von La Repubblica über die Zukunft der Mine beraten.