"San Juan" Vermisstes U-Boot meldete Maschinenschaden

  • Das vermisste U-Boot der argentinischen Marine hat kurz vor seinem Verschwinden einen Maschinenschaden gemeldet.
  • Noch am Wochenende waren Signale empfangen worden, die die Marine für Notsignale des U-Bootes hielt.
  • Sie sollen aber nicht von der ARA San Juan stammen.

Das vermisste U-Boot der argentinischen Marine hat kurz vor seinem Verschwinden einen Maschinenschaden gemeldet. Die ARA San Juan sei an die Wasseroberfläche gekommen und habe "eine Panne gemeldet", teilte die Marine mit. Noch am Wochenende waren Signale empfangen worden, die die Marine für Notsignale des U-Bootes hielt. Sie sollen aber nicht von der ARA San Juan stammen. Unterdessen suchten Flugzeuge und Schiffe das Meer weiter nach dem U-Boot und seinen 44 Besatzungsmitgliedern ab.

Die Besatzung habe nach der Schadensmeldung die Anweisung erhalten, ihren Kurs zu ändern und nach Mar del Plata zu fahren, erklärte Gabriel Galeazzi, Kommandeur der Marinebasis 400 Kilometer südlich von Buenos Aires. Danach sei der Kontakt abgebrochen. Galeazzi sprach von einem "Batterieproblem, einem Kurzschluss".

Unglück und Unfall Argentinien vermisst ein U-Boot Video
"ARA San Juan"

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Die "ARA San Juan" und ihre 44 Besatzungsmitglieder gelten seit Mittwoch als verschollen. Vermutet wird ein Kommunikationsproblem.

Marinesprecher Enrique Balbi sagte bei einer Pressekonferenz in Buenos Aires, dass die am Wochenende empfangenen Signale entgegen ersten Annahmen nicht von dem Satellitentelefon des U-Boots gekommen seien. Die Signale waren nach Angaben des Verteidigungsministeriums jeweils nur sehr kurz: Zwischen vier und 36 Sekunden lang, sieben Anrufversuche bei Marinestützpunkten über einen Zeitraum von rund fünf Stunden.

Die USA beteiligten sich mit einem Nasa-Suchflugzeug an dem Einsatz

Die Suche nach dem U-Boot wird durch starke Winde und bis zu sieben Meter hohe Wellen erschwert. Außer Argentinien stellten Brasilien, Großbritannien, Chile und Uruguay Schiffe für die Suche nach dem U-Boot im Südatlantik bereit. Flugzeuge suchten vor Patagonien ein Meeresgebiet mit einem Durchmesser von 300 Kilometern ab. Die USA beteiligten sich mit vier unbemannten Mini-U-Booten der US-Marine und einem Nasa-Suchflugzeug an dem Großeinsatz. Der Ölkonzern Total, der in einem Meeresgebiet weiter südlich Öl fördert, stellte ein Schiff für die Suche zur Verfügung.

Die ARA San Juan war auf dem Rückweg von einem Routineeinsatz, als der Kontakt abbrach. Derzeit schließt die argentinische Marine keine Möglichkeit aus. Für am wahrscheinlichsten hält sie ein technisches Versagen, etwa ein Problem mit der Stromversorgung, wodurch die Kommunikation mit dem Boot unterbrochen wurde.

Das 65 Meter lange und sieben Meter breite Diesel-Elektro-Boot vom Typ TR-1700 wurde in der Werft Thyssen Nordseewerke in Emden gebaut und lief 1983 vom Stapel. 2007 und 2014 wurde die ARA San Juan generalüberholt. ARA steht für Armada de la República Argentina (Flotte der Republik Argentinien) und ist im Namen sämtlicher argentinischer Kriegsschiffe enthalten. Die argentinische Marine verfügt über insgesamt drei U-Boote aus deutscher Produktion.

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