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Radarfalle in Sachsen-Anhalt:Rasend vor Liebe

Ein konventioneller Heiratsantrag kommt für einen 31-Jährigen aus Sachsen-Anhalt nicht in Frage. Deshalb setzt er sich in sein Auto und rast los. Sein Plan: Er will unbedingt geblitzt werden.

"Willst Du mich heiraten?" Wie die Frage lauten soll war Christian Breier aus Merseburg in Sachsen-Anhalt klar.

Aber wie und wo würde er sie stellen? Eine Gondelfahrt auf dem Canal Grande in Venedig? Langweilig. Auf der Pont des Arts in Paris ein Liebesschloss ans Geländer sperren und den Schlüssel feierlich in die Seine werfen? Schon Tausende Male dagewesen. Vor dem Schloss in Merseburg auf Knien um die Hand seiner Freundin Anja anhalten? Klingt gut, aber letztens war erst George Clooney da, um in Merseburg einen Film zu drehen - und Clooney kann ein normalsterblicher Mann ohnehin nicht toppen, also auch nicht das Wahre.

Christian Breier hatte eine bessere Idee, wie die Mitteldeutsche Zeitung berichtet. Am Nikolaustag, das wusste er, war seine Anja mit ein paar Freunden zum Brunch verabredet. Ihr Freund hatte also Zeit, seinen Plan umzusetzen. Er schrieb "Willst Du mich heiraten" auf ein großes Stück Pappe, klebte es von innen an die Windschutzscheibe seines Autos und fuhr los. Er raste über die B91 zwischen Merseburg und Weißenfels mit nur einem Ziel: unbedingt geblitzt werden.

Fünf Versuche brauchte er, bis die Radarfalle endlich auslöste. Das Ergebnis: 71 Kilometer pro Stunde. Abzüglich Toleranz blieben 68 km/h bei erlaubten 60.

15 Euro kostete ihn der Strafzettel - ein vergleichsweise günstiger Heiratsantrag und die Mitarbeiter vom Merseburger Ordungsamt waren sogar so nett, das Foto gleich in Din-A4-Format mitzuschicken.

Wie die Zeitung schreibt, hätten die beiden schon vorher ein paar Mal über eine Heirat gesprochen. "Aber ohne coolen Antrag wird das nichts", soll Anja Thomas gesagt haben. Der ist ihrem Freund nun offenbar gelungen.

Sie hat nämlich Ja gesagt.

© SZ.de/olkl/leja
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