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Wetter:"Sabine" ist weg, der Sturm bleibt

Nach Sturmtief 'Sabine' - Pforzheim

In Pforzheim in Baden-Württemberg ist in der Nacht ein Baum auf ein Haus gestürzt.

(Foto: dpa)
  • Nach dem Orkantief Sabine bleibt es in Deutschland stürmisch.
  • Im Norden werden Überflutungen erwartet.
  • Am Sonntag und Montag sind durch das Orkantief in anderen Ländern Europas mindestens sechs Menschen ums Leben gekommen.

Umgestürzte Bäume, Stromausfälle, anullierte Flüge und Züge und geschlossene Schulen. Das Orkantief Sabine hat am Sonntag und Montag in Deutschland seine Spuren hinterlassen - und ist mittlerweile weitergezogen. Doch auch am Dienstag bleibt es stürmisch. "Erst in der Nacht zum Donnerstag schwächt der Wind ab", sagte Meteorologe Andreas Friedrich von Deutschen Wetterdienst (DWD).

Es komme erneut zu Regen-, Schnee- oder Graupelschauern mit starken bis stürmischen Böen. Für Küsten und Hochlagen warnt der DWD sogar vor schwerem Sturm bis hin zu Orkanböen. Im Süden meldeten die Einsatzstellen der Polizei in der Nacht noch eine Vielzahl umgestürzter Bäume. In der Region Freiburg und im Hochschwarzwald rückten Einsatzkräfte zu zahlreichen Einsätzen aus, viele Straßen waren am frühen Morgen noch gesperrt. Auch in Südbayern waren die Einsatzkräfte noch mit auf Straßen liegende Bäumen und Stromausfällen beschäftigt.

Die Bahn will ihren Fernverkehr am Dienstagmorgen ohne größere Einschränkungen wiederaufnehmen - am Vormittag seien einzelne Probleme aber nicht zu vermeiden, heißt es. Im Regionalverkehr werde es vor allem in Bayern und Baden-Württemberg zunächst noch Einschränkungen geben, sagte ein Bahnsprecher in der Nacht. Auch auf Strecken in Hessen waren in der Nacht erneut Bäume gestürzt - hier seien vereinzelt Einschränkungen zu erwarten.

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) rechnet damit, dass es in den kommenden Tagen stürmisch bleibt. Am Dienstag sei mit Schauern sowie mit stürmischen Böen und Sturmböen zu rechnen. Im Alpenvorland und in Hochlagen sind demnach sogar orkanartige Böen möglich. Die Nordseeküste stellte sich auf Sturmfluten ein.

In Hamburg überschwemmte die Elbe am Dienstagmorgen erneut den Fischmarkt. Das Wasser am Hamburger Fischmarkt stieg am frühen Dienstag auf 1,74 Meter über dem mittleren Hochwasser, wie ein Sprecher des Bundesamts für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) sagte. Schäden habe es keine gegeben, erklärte ein Sprecher der Feuerwehr. Auf den Inseln Sylt und Föhr kam es zu Sandabtragungen am Strand. Wie hoch der Schaden ist, konnte bislang noch nicht festgestellt werden. Drei weitere Sturmfluten werden noch am Dienstagnachmittag, in der Nacht zum Mittwoch und am Mittwochnachmittag erwartet. Am Donnerstag sollen bei dann wieder normaler Tide die Sturmschäden an Deichen und Stränden genau erfasst werden.

Mehrere Menschen wurden bei sturmbedingten Unfällen verletzt

Am Sonntag und Montag wurden mehrere Menschen bei sturmbedingten Unfällen verletzt - im bevölkerungsreichsten Bundesland Nordrhein-Westfalen waren es dem Landesinnenministerium zufolge 13 Menschen. Auch aus anderen Bundesländern wurden Verletzte gemeldet - zum Beispiel aus dem Saarland. Dort schwebte eine Frau am Montagnachmittag noch in Lebensgefahr.

In anderen Ländern Europas hat das dort Ciara genannte Orkantief mindestens sechs Menschen das Leben gekostet und zu zahlreichen Stromausfällen geführt. Für Teile Nordenglands und Schottlands erwarten Meteorologen Schnee und Blizzards. Es bleibe sehr unbeständig, teilte die dortige Wetterbehörde mit.

© SZ/dpa/lot
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