Außer dem Präsidenten im Kreml gibt es offenbar nur noch einen im Land, dem die Russen eine ähnliche Machtfülle zutrauen: Ded Moros, Väterchen Frost. Der weißbärtige Mann hat gerade aus dem Meer der Wünsche ein paar besonders typische Beispiele herausgefischt und der Öffentlichkeit präsentiert. So bitten ihn junge Frauen innig, er möge ihnen eigenständige und ja keine verklemmten Männer schicken. Begehrt ist auch der Wunsch, dass Väterchen Frost die Hypothek auf ein Häuschen tilgt; oder wenigstens den Prozentsatz senkt. Kinder wiederum ändern ihre Bitte gern kurzfristig, wenn das bei ihm bestellte Geschenk bereits die Mama im Einkaufszentrum besorgt hat. Ob er stattdessen einfach Geld schicken könne?
Russland:Väterchen Frust
Ein freundlicher Geselle, oder doch zum Fürchten? Väterchen Frost, den es in Russland in mehreren Varianten gibt, ist derzeit wieder auf Tour, um Wünsche zu erfüllen. Zur Freude der Menschen. Eigentlich.
(Foto: Tass Fomichev Mikhail/pa/dpa)Ded Moros, das russische Pendant zum Weihnachtsmann, steht in der Kritik, einige Kindergärten verzichten lieber auf ihn. Es sind eben komplizierte Zeiten für weihnachtliche Traditionsfiguren.
Von Frank Nienhuysen

