Gerichtsprozess:Vergeltung für den ermordeten Baum

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200 oder 300 Jahre sei der Bergahorn in Northumberland alt, so schätzte man. Vor einem Jahr wurde er illegal gefällt. (Foto: Tom White/dpa)

Vor einem Jahr ist in England mit der illegalen Fällung des „Robin-Hood-Baums“ eine Art Nationalheiligtum zerstört worden: Zwei Männer stehen deshalb jetzt vor Gericht. Der Baum schafft dennoch Ungewöhnliches: Er lebt weiter.

Von Alexander Menden

Niemand, der den Sycamore Gap Tree in der englischen Grafschaft Northumberland selbst gesehen hat, wird wohl je das Erlebnis vergessen, weil er eine so perfekte Mischung aus wilder Natur und subtilem menschlichem Gestaltungswillen repräsentierte: Den römischen Hadrianswall entlang von Südwesten her wandernd, erblickte man von einer Hügelkuppe aus, eingebettet in die nächste Senke, den majestätischen Bergahorn. Niemand weiß genau, wie alt er war, die Vermutungen schwankten zwischen 200 und 300 Jahren. Doch offensichtlich hatte ihn ein Mensch mit epochalem Weitblick und ästhetischer Ader bewusst in die eiszeitliche Schneise hineingepflanzt und so ein wunderbares Ensemble geschaffen, mit einer Blickachse nach Nordosten, in Richtung des Sees Crag Lough.

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