Baden-WürttembergMann soll vier Familienmitglieder getötet haben

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Im Gebäude seiner Firma in St. Johann soll ein Mann (63) seine beiden Söhne (27 und 29) getötet haben.
Im Gebäude seiner Firma in St. Johann soll ein Mann (63) seine beiden Söhne (27 und 29) getötet haben. (Foto: Christoph Schmidt/dpa)

In Reutlingen hat eine Pflegerin eine Frau tot in ihrer Wohnung vorgefunden. Im Lauf der Ermittlungen stößt die Polizei auf fünf Tote. Der mutmaßliche Täter soll auch sich selbst erschossen haben.

Ein Mann soll im Großraum Reutlingen seine Ehefrau, seine beiden Söhne, seine Schwester und dann sich selbst getötet haben. Wie die Polizei am Mittwoch mitteilte, wurden die Toten am Dienstag in Reutlingen, Pfullingen und St. Johann in Baden-Württemberg gefunden.

Nach Angaben von Polizei und Staatsanwaltschaft wird „wegen des Verdachts eines innerfamiliären Tötungsdelikts“ ermittelt. Tatverdächtig sei ein 63 Jahre alter Deutscher, Hinweise auf einen Fremdtäter gebe es derzeit keine.

Wie die Polizei mitteilte, hatte zunächst eine Pflegekraft am Dienstagmorgen die leblose 60 Jahre alte Schwester des Mannes in ihrer Wohnung in Reutlingen gefunden. Es habe sich herausgestellt, dass die Frau tödliche Verletzungen erlitten habe. Schnell habe sich ein Verdacht gegen den Bruder der Frau ergeben.

Bei der Durchsuchung von dessen Wohnhaus in Pfullingen fanden Spezialeinsatzkräfte am Dienstagabend die Leichen des 63-Jährigen und seiner 57 Jahre alten Ehefrau. Beide hätten Schussverletzungen aufgewiesen, die mutmaßliche Tatwaffen fanden die Ermittler neben den Toten. Ob der Mann die Waffe als Jäger legal besaß, werde derzeit geprüft.

Viele Fragen zu der Tat sind noch offen. Auch, warum der Mann offenbar zur Waffe griff und seine Familie tötete

Anschließend durchsuchten die Einsatzkräfte die Firmenräume des Mannes in St. Johann. Dort fanden sie die Leichen der 27 und 29 Jahre alten Söhne des Mannes. Auch sie hätten Schussverletzungen aufgewiesen. Die getötete Ehefrau ist nach Polizeiangaben nicht die Mutter der beiden Männer.

Die Fundorte der Toten befinden sich alle im Großraum Reutlingen. Pfullingen, wo der mutmaßliche Täter und seine Frau wohnten, grenzt direkt an Reutlingen. Der Firmensitz, wo die beiden Söhne gefunden wurden, liegt in St. Johann auf der Schwäbischen Alb, wenige Fahrminuten von Reutlingen entfernt.

Viele Fragen zu der Tat sind noch offen. Warum der Mann offenbar zur Waffe griff und seine Familie tötete, ist ebenso Gegenstand der Ermittlungen wie die Frage nach dem genauen Ablauf. Nicht bekannt ist auch, wann sich die Tat genau ereignete, man kenne den Todeszeitpunkt der einzelnen Personen bislang nicht, sagte ein Polizeisprecher. Unklar sei derzeit außerdem, wie genau die Schwester des Mannes ums Leben kam. Ihre Leiche wies nach Angaben der Polizei keine Schussverletzungen auf. Nach Angaben eines Polizeisprechers wurde eine Ermittlungsgruppe eingerichtet.

Hinweis der Redaktion: Über Selbsttötungen berichtet die „Süddeutsche Zeitung“ nur in Ausnahmefällen und nach sorgfältiger Prüfung. Wenn Ihre Gedanken darum kreisen, sich das Leben zu nehmen, kontaktieren Sie die Telefonseelsorge, anonym und kostenlos unter 0800/111 0 111 oder 0800/111 0 222. Zudem ist über www.telefonseelsorge.de eine Online-Beratung möglich. Eine Liste mit bundesweiten Hilfsstellen bietet die Seite der Deutschen Gesellschaft für Suizidprävention: www.suizidprophylaxe.dee

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