SZ-Kolumne "Bester Dinge":Hecken und Verstecken

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Ein Rentner findet in seinem Garten eine Mülltüte mit Goldschmuck und 100 000 Euro Bargeld. Jackpot! Jetzt muss er nur noch ein halbes Jahr lang zittern.

Von Moritz Geier

Kürzlich, in der Nähe von Hanau. Ein Rentner schneidet seine Hecke und findet darin eine Mülltüte, die dem äußeren Anschein nach schon einige Jährchen dort verbracht haben dürfte. Natürlich schaut er hinein und entdeckt - hier stellen Sie sich bitte spannungsvolle, zu ihrem Höhepunkt anschwellende Hintergrundmusik vor - einen Schatz! Und zwar genauso einen, wie ihn sich viele Menschen immer erträumen: mit goldenen Ringen, Taschenuhren, Halsketten und Ohrsteckern im Wert von etwa 20 000 Euro und dazu auch noch rund 100 000 Euro Bargeld.

Der hessischen Polizei zufolge darf der Mann den mysteriösen Schatz sogar behalten - sollte sich der Eigentümer der Tüte binnen eines halben Jahres nicht melden. Die Herkunft der Wertsachen sei bislang noch völlig unklar, heißt es, einen "konkreten Bezug zu einer möglichen Straftat" habe man noch nicht herstellen können. Was man dagegen wisse: Vermutlich sei der teure Schmuck in den 1950er- und 1960er-Jahren in den USA hergestellt worden. Die Gravur auf einer Taschenuhr lautet: "Zum Gedenken an Deine Mama W. G. 1.7.1943".

Die allermeisten Fragen dieses rätselhaften Falles bleiben aber leider noch unbeantwortet. Wie kommt eine solche Tüte in die Hecke eines ehrbaren Bürgers? Handelt es sich gar um Diebesgut? Oder befand da jemand einfach eine gute alte deutsche Hecke als sinnvolle Geldanlage? Wie auch immer: Wenn Sie dies lesen, lieber Mülltütenbesitzer, liebe Mülltütenbesitzerin, und wenn Sie Ihre Wertsachen zurückfordern, dann vergessen Sie bitte nicht den Finderlohn. Auch für Hecken gelten Bankgebühren.

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