Einbruchserie Nicht protzen!

Sergio Ramos und Pilar Rubio heirateten mit 500 Gästen.

(Foto: Aitor Alcalde/Getty)
  • Eine Einbruchserie bei den Fußballern von Real Madrid beschäftigt die Polizei.
  • Auch ehemalige Fußballer gehören zu den Opfern.
  • Die Jungmillionäre ernten jedoch nicht nur Mitleid in der Öffentlichkeit.
Von Thomas Urban

Die Villa des Fußballprofis Sergio Ramos am Rande der spanischen Hauptstadt wurde an diesem Samstag besonders scharf bewacht, ebenso die Luxusbehausungen anderer Edelkicker von Real Madrid. Sie feierten nämlich auf einer Finca bei Sevilla, Ramos hatte seine Lebensgefährtin Pilar Rubio geheiratet, eine gelegentlich schrill auftretende Moderatorin von Talentshows, mit der er bereits drei Söhne hat.

Die verstärkten Patrouillen der Wachdienste in den Vierteln, in denen einige Spieler wohnen, hatten einen Grund: In jüngster Zeit hat eine Einbruchserie mehrere Kickermillionäre getroffen. Allein in der vergangenen Woche wurden vier bekannte Madrider Fußballer heimgesucht: Bei Real-Trainer Zinédine Zidane, dem Rechtsaußen Lucas Vázquez und dem Mittelfeldspieler Francisco Alarcón, bekannt unter seinem Spitznamen Isco, war niemand zu Hause, als sich die Einbrecher ans Werk machten. Zwar sind alle Häuser mit Alarmanlagen ausgestattet, die mit Einsatzzentralen von Wachdiensten verbunden sind. Doch jedes Mal, wenn die Einsatzwagen eintrafen, hatten sich die Einbrecher längst wieder verdrückt.

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Das vierte Opfer der vergangenen Woche war der frühere Real-Profi Álvaro Morata, der derzeit für den Stadtkonkurrenten Atlético aufläuft. Morata befand sich mit der spanischen Nationalmannschaft auf den Färöer-Inseln, doch seine Frau war mit den elf Monate alten Zwillingen zu Hause. Mitten in der Nacht weckte sie der Lärm auf, den zwei bewaffnete und maskierte Männer in der Wohnung machten; offenbar hatten sie geglaubt, niemand sei im Hause. Sie fragten die Frau rüde nach einer teuren Uhr, die Morata auf Instagram stolz als sein Eigen präsentiert hatte, auch packten sie mehrere andere Gegenstände ein und verschwanden schnell. Die junge Mutter kam mit dem Schrecken davon.

Die Madrider Presse berichtete, dass seit Anfang des Jahres bei mindestens einem weiteren halben Dutzend prominenter Madrider Fußballer eingebrochen worden sei. Die Polizei wollte diese Berichte nicht bestätigen, man wolle die Ermittlungen nicht gefährden. Außer der Uhr machten die Behörden auch keine Angaben zur Beute. Doch das Präsidium von Real Madrid reagierte: Es wies die Jungmillionäre dringend an, nicht in den sozialen Medien mit ihrem Reichtum zu protzen. Auf keinen Fall sollten sie Bilder von ihren Häusern oder ihren Autos ins Netz stellen, auch nicht von ihren Kindern. Ein Sprecher des Klubs teilte mit, man werde da beraten und auch Erziehungsarbeit leisten müssen. In den Foren der Medien, die über die Einbruchserie berichteten, hielt sich das Mitleid allerdings in Grenzen. Eher überwogen Spott und Häme. Morata wurde aufgefordert, besser auf seine schöne junge Frau und seine Kinder aufzupassen.

Die Wachdienste der Real-Spieler, die in Andalusien mit Ramos dessen Hochzeit gefeiert hatten, konnten am Sonntag vermelden, dass es bei den Villen am Rande Madrids keine besonderen Vorkommnisse gegeben habe, die Nacht sei ruhig verlaufen. Dafür war es auf Sergio Ramos' Fest umso lauter zugegangen, er hatte nämlich als Hochzeitsgeschenk für Pilar Rubio die Hard-Rock-Band AC/DC engagiert. Angeblich für ein Millionenhonorar.

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