Reaktionen auf Tat in NRW "Münster, bleib wie Du warst und wie wir Dich lieben"

Entsetzen und Mitgefühl: Deutschland reagiert auf den Anschlag von Münster.

(Foto: dpa)

Münster erlebt eine Welle der Anteilnahme. Politiker versichern schnelle Aufklärung, die "Tatort"-Kommissare sprechen der Stadt Mut zu.

Deutsche Politiker und Prominente haben tief bewegt auf den Anschlag von Münster reagiert. Die Stimmen im Überblick:

Bundeskanzlerin Angela Merkel zeigte sich "zutiefst erschüttert" von den Ereignissen. Es werde "alles Denkbare zur Aufklärung der Tat und zur Unterstützung der Opfer und ihrer Angehörigen getan". Sie stehe im ständigen Austausch mit Innenminister Seehofer, Vizekanzler Scholz und dem nordrhein-westfälischen Ministerpräsidenten Armin Laschet (CDU).

Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) versicherte ebenfalls: "Die Polizei in Münster und in ganz NRW arbeitet jetzt mit Hochtouren an der Aufklärung des Sachverhaltes. Die Sicherheitsbehörden des Bundes stehen in engem Austausch mit den Behörden in Nordrhein-Westfalen".

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Der Mann, der einen Kleinlaster in eine Menschenmenge lenkte, war deutscher Staatsbürger und nach Informationen von SZ, NDR und WDR psychisch auffällig. Das Motiv des Mannes ist unklar.

Justizministerin Katarina Barley (SPD) forderte, dass nun alles getan werden müsse, um die Hintergründe der Tat aufzuklären. Vizekanzler und Finanzminister Olaf Scholz, Außenminister Heiko Maas und Umweltministerin Svenja Schulze (alle SPD) sprachen den Opfern ihr Mitgefühl aus und dankten den Einsatzkräften.

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier sagte: "Die Meldungen, die uns aus Münster erreichen, sind entsetzlich". "Wir müssen von einer schweren Gewalttat ausgehen."

"Wir trauern mit Münster", sagt EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker: "Mein großer Dank gilt all jenen, die ihnen in diesen schweren Momenten helfen. Ich wünsche ihnen ebenso wie natürlich den Verletzten viel Kraft."

Frankreichs Staatspräsident Emmanuel Macron sprach Deutschland sein Mitgefühl aus: "All meine Gedanken sind bei den Opfern des Angriffs von Münster. Frankreich teilt das Leid Deutschlands", schrieb Macron auf Twitter.

US-Präsident Donald Trump erklärte: "Auch wenn die deutschen Behörden noch kein Motiv für diese feige Attacke auf unschuldige Menschen genannt haben, verurteilen wir sie dennoch." Die US-Regierung sage Deutschland jede nötige Hilfe zu. "Unsere Gedanken und Gebete sind bei den Familien derer, die getötet wurden. Den Verletzten wünschen wir eine vollständige Genesung", sagte der US-Präsident.

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"Ein trauriger, ein schrecklicher Tag für unser Land", kommentierte der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) die Geschehnisse. Er sicherte zu, dass die Polizei "alles zur Aufklärung der schrecklichen Tat" unternehmen werde.

Auch die Hauptdarsteller der "Tatort"-Krimis aus Münster äußerten sich: "Erste Bilder und Nachrichten aus Münster brechen mir das Herz", schrieb Jan Josef Liefers, 53, der den ermittelnden Professor Karl-Friedrich Boerne spielt. Die Stadt sei "einer der friedlichsten und freundlichsten Orte", die er kenne. Sein Kollege Axel Prahl, der Hauptkommissar Frank Thiel verkörpert, schrieb auf Facebook: "Münster, bleib wie Du warst und wie wir Dich lieben: offen, friedlich, freundlich, stark und stolz. Lass Dich jetzt nicht unterkriegen."

Der Münsteraner Bischof Felix Genn lud alle Menschen im Bistum Münster ein, sich heute "im Gebet für die Opfer zu verbinden". Er sprach den Einsatzkräften der Polizei und den Notfallseelssorgern den "höchsten Respekt" aus. In der Stadt soll vom 9. bis zum 13. Mai der 101. Katholikentag stattfinden. Ob die Tat Konsequenzen für das Ereignis hat, ist noch nicht abzusehen.