Geldwäsche und organisierte Kriminalität:Großrazzia in NRW, Niedersachsen und Bremen

Geldwäsche: Großrazzia in Wuppertal 2021

Ein Polizist betritt eine Wohnung in Wuppertal.

(Foto: Christoph Petersen/dpa)

Mehr als 1000 Polizisten sind im Einsatz und verhaften elf Menschen. Der Verdacht: Geld aus Drogenhandel soll durch illegale Transaktionen gewaschen und in Syrien teils auch für Terroristen verwendet worden sein.

Bei einer Großrazzia gegen Geldwäsche und organisierte Kriminalität hat die Polizei am Morgen in Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und Bremen mehr als 80 Häuser, Wohnungen und Büros in 25 Städten durchsucht. Mehr als 1000 Polizeikräfte seien im Einsatz, darunter auch Spezialeinheiten, teilte die Polizei in Düsseldorf mit. Die Ermittlungen richteten sich gegen Mitglieder eines international agierenden Geldwäsche-Netzwerkes. Ziel sei es, Beweismittel und illegale Vermögenswerte zu beschlagnahmen. "Noch läuft der Einsatz", sagte ein Sprecher.

Die Polizei ermittelt gegen 67 Verdächtige, gegen elf von ihnen wurden Haftbefehle vollstreckt. Schwerpunkt der Maßnahmen war Nordrhein-Westfalen. Die Verdächtigen sollen mit illegalen Zahlungsdiensten Gelder aus Straftaten gewaschen haben. Nach vorläufiger Schätzung beträgt das Transaktionsvolumen etwa 140 Millionen Euro.

Zudem wird den Beschuldigten vorgeworfen, zu Unrecht Sozialleistungen zu beziehen, Sozialversicherungsbeiträge und Steuern nicht zu entrichten und sich bei der Verschleierung gegenseitig zu helfen. Aus den Reihen der Verdächtigen sollen darüber hinaus Gewalttaten wie bewaffneter Raub und Geiselnahme begangen worden sein, um Geld einzutreiben. Bei der Razzia wurden laut Polizei neben Beweismitteln auch mehr als zwei Millionen Euro gesichert.

Ein 39-jähriger Syrer sei daneben als mutmaßlicher Terrorist verhaftet worden. Er soll der islamistischen Al-Nusra-Front angehören oder angehört haben und wird gesondert verfolgt. Nähere Details will die Staatsanwaltschaft Düsseldorf am Nachmittag bei einer Pressekonferenz bekannt geben.

Eine Zentralstelle für die Verfolgung organisierter Kriminalität bei der Staatsanwaltschaft Düsseldorf führt laut Mitteilung die Ermittlungen, die sich gegen Mitglieder eines sogenannten Hawala-Netzwerkes richten. Beim Hawala-Banking können Kunden gegen eine Provision große Summen ins Ausland überweisen. Solche Finanztransfers sind in Deutschland nur mit Zustimmung der Bankenaufsicht erlaubt.

Bei den Großrazzien geht es nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur vor allem um die persönliche Bereicherung der Verdächtigen. Allerdings stehe auch der Verdacht der Terrorismusfinanzierung im Raum, hieß es aus Sicherheitskreisen. Ausgangspunkt der Ermittlungen sei ein Zufallsfund der Polizei gewesen. Dabei hätten die Beamten bei einer Kontrolle auf der Autobahn 300 000 Euro Bargeld versteckt in einem Turnbeutel gefunden, berichtete der WDR.

© SZ/dpa/saul/hij
Zur SZ-Startseite
FAQ Pandora

Datenleak
:Was Sie über die Pandora Papers wissen müssen

Woher kommen die Daten? Was ist an Steueroasen so schlimm? Und was hat das alles mit Deutschland zu tun? Fragen und Antworten zum neuen SZ-Rechercheprojekt.

Lesen Sie mehr zum Thema

Süddeutsche Zeitung
  • Twitter-Seite der SZ
  • Facebook-Seite der SZ
  • Instagram-Seite der SZ
  • Mediadaten
  • Newsletter
  • Eilmeldungen
  • RSS
  • Apps
  • Jobs
  • Datenschutz
  • Kontakt und Impressum
  • AGB