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Hessen:Rapper Haftbefehl soll mit Schusswunde im Krankenhaus sein

Albumbesprechung Rapper-Duo Coup

Aykut Anhan (re.), alias Haftbefehl, 2016 bei einem Interview in Berlin.

(Foto: Paul Zinken/dpa)

Das berichtet ein Fernsehsender. Demnach soll sich der 34-jährige Musiker die Wunde am Unterschenkel selbst zugefügt haben.

Der Fall klingt wie aus einem Gangsta-Rap-Song: Deutschlands erfolgreichster Rapper Haftbefehl soll sich seit Donnerstag mit einer Schusswunde am Bein in einem Darmstädter Krankenhaus befinden. Das berichtet der Hessische Rundfunk. Der 34-Jährige, der mit bürgerlichen Namen Aykut Anhan heißt, soll sich in der Nähe des Frankfurter Hauptbahnhofs die Wunde selbst und ohne Absicht zugefügt haben. Dann jedoch erst in Darmstadt eine Klinik aufgesucht haben. Dem Bericht zufolge hatte sich die Verletzung "unter Drogen- und Alkoholeinfluss" ereignet.

Auch der Polizei zufolge gibt es Hinweise, dass sich der Mann die Verletzung selbst zugefügt hat. Die Ermittlungen zu einem möglichen Unfallgeschehen dauern aber weiter an. Auch die Identität des Verletzten wurde bisher nicht bestätigt. In einer Pressemitteilung hieß es, dass am Donnerstag gegen 16 Uhr "ein Mann mit einer Schussverletzung im Bein in einem Darmstädter Krankenhaus" aufgetaucht sei. Der 34-Jährige habe sich gegenüber den Polizeibeamten "äußerst unkooperativ" gezeigt, sagte eine Sprecherin auf SZ-Anfrage. Durchsuchungen des Zuhauses des Mannes und einer Bar im Landkreis Darmstadt-Dieburg hätten keine weiteren Hinweise gebracht. Das Management des Rappers war nicht zu erreichen.

Haftbefehl, der aus Offenbach bei Frankfurt stammt, hat die deutsche Rap-Szene seit zehn Jahren entscheidend geprägt. 2006 wurde gegen ihn ein Haftbefehl wegen Drogenhandels ausgestellt. Von dieser Begebenheit rührt auch sein Name. Oft rappt er auch - wie in diesem Genre üblich - über Gewaltverbrechen. Auf seinem neuesten Album finden sich etwa diese Zeilen: "069 die Vorwahl, jetzt wird's brutal / Hau' dich Totalschaden, ohne Grund, ohne Moral / Ich bin jung, ich bin wild, ich bin asozial / Scheiß mal auf Arnold - ich bin Conan der Barbar."

© SZ/mpu/afis

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