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Rätselhafter Tod des "Bierbarons":"Er wurde systematisch isoliert"

Vom Moment der Hochzeit an, so berichten es ehemalige Vertraute des Millionärs, änderte sich viel. Der alte Mann ist auf einmal selbst für Freunde kaum noch zu sprechen, auch wenn die es am Telefon 30 Mal probieren. "Er wurde systematisch isoliert", sagt Manfred Niekisch, Direktor des Frankfurter Zoos und Vorsitzender des Kuratoriums der Bruno-H.-Schubert-Stiftung, die seinen Umweltpreis vergibt.

Er erinnert sich an das letzte Telefonat mit Schubert, bei dem er noch durchgestellt wurde. "Uns zwei kann man nicht auseinanderbringen", habe der alte Mann gesagt. Tags darauf sei ein "bitterböser Brief" gekommen, in dem Schubert aus heiterem Himmel die Freundschaft aufkündigte. Statt einer Unterschrift war nur ein Unterschriften-Stempel verwendet, wie meist. Niekisch bezweifelt heute, dass der alte Mann den Brief tatsächlich selbst formuliert hat.

Erbitterte Schlacht um das Erbe

Neben der neuen Ehefrau tritt plötzlich auch ein Frankfurter Anwalt auf den Plan, Hubertus Kestler. Er sagt, er sei mit einer "Generalvollmacht" des Millionärs ausgestattet und ficht den Erbvertrag an, den Schubert mit seiner 2009 gestorbenen Ehefrau geschlossen hatte. Seine Hinterlassenschaft soll jetzt nicht mehr an die Stiftung fließen, sondern an die neue Frau. Außerdem versucht der Anwalt, die Macht in der Stiftung zu übernehmen, wo 2,5 Millionen Euro liegen. Er sagt, er erfülle damit nur den Willen des alten Mannes.

Eine Serie von Prozessen beginnt, bis heute tobt eine erbitterte Schlacht um das Erbe. Wobei offen ist, wie viel Geld überhaupt noch da ist. Unklar ist etwa, wo das Geld für Schuberts Anwesen bei Berchtesgaden geblieben ist, das er angeblich für einen zweistelligen Millionenbetrag verkauft hat.

Vieles um den Bierbaron ist ein Rätsel. Nur der Grund allen Ärgers steht für ehemalige Vertraute von Schubert fest: Sie unterstellen der jungen Witwe und dem nicht mehr ganz so jungen Anwalt "massive finanzielle Interessen". Beide bestreiten die Vorwürfe.

Doch in Frankfurt, hört man von der Gegenseite, soll die junge Meharit schon wenige Tage nach dem Tod ihres Mannes in einer Disco beim Tanz gesehen worden sein.

Das generöse Wirken des Mäzens ist inzwischen überschattet vom Drama um sein Ende. Auf der Beerdigung fand die Pfarrerin im vergangenen Oktober treffende Worte. Sie sprach von der "späten Tragik seines Leben".

© SZ vom 08.09.2011/jobr
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