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Britische Royals:Queen spricht zu Weihnachten von "holprigem Weg"

Weihnachtsansprache der Queen

Die Weihnachtsansprache der Queen wird am 1. Weihnachtsfeiertag ausgestrahlt.

(Foto: dpa)
  • Die britische Königin schlägt in ihrer Weihnachtsansprache ungewöhnlich private Töne an.
  • Auszügen zufolge, die der Buckingham Palace vorab veröffentlichte, sagte die Queen über das Bedürfnis, sich zu versöhnen und zu vergeben: "Der Weg ist natürlich nicht immer reibungslos und kann sich in diesem Jahr manchmal sehr holprig angefühlt haben."
  • Missbrauchsvorwürfe gegen Prinz Andrew, der gesundheitliche Zustand von Prinz Philip und Unstimmigkeiten zwischen ihren Enkeln Harry und William belasten das Königshaus.

Missbrauchsvorwürfe gegen Prinz Andrew, gesundheitliche Probleme von Prinz Philip und ein über den Brexit zerstrittenes Königreich. Leicht hatte es die Queen in diesem Jahr sicher nicht. Das macht Elizabeth II. in ihrer Weihnachtsansprache deutlich.

Die 93 Jahre alte Monarchin schlägt ungewöhnlich private Töne an. Auszügen zufolge, die der Buckingham Palace vorab veröffentlichte, sagte die Queen über das Bedürfnis, sich zu versöhnen und zu vergeben: "Der Weg ist natürlich nicht immer reibungslos und kann sich in diesem Jahr manchmal sehr holprig angefühlt haben, aber kleine Schritte machen einen großen Unterschied." Die Ansprache der Queen wird am ersten Weihnachtsfeiertag ausgestrahlt.

Die Queen dürfte damit auf diverse private Probleme der Royals anspielen. So wirft eine US-Amerikanerin Prinz Andrew vor, dass er sie als Minderjährige mehrfach missbraucht habe. In einem Fernsehinterview, mit dem er seinen Ruf wiederherstellen wollte, redete sich der 59-jährige um Kopf und Kragen. Daraufhin sah sich der zweitälteste Sohn der Queen gezwungen, bis auf weiteres alle royalen Aufgaben aufzugeben.

Auch ihr Mann Prinz Philip dürfte der Queen Sorgen bereitet haben. Der 98-jährige war Anfang des Jahres in einen Autounfall verwickelt, bei dem zwei Frauen verletzt wurden. Außerdem war der Prinz ohne Sicherheitsgurt gefahren. Erst nach Protesten gab er seinen Führerschein ab. Zuletzt musste Philip, der seit mehr als 70 Jahren mit der Queen verheiratet ist, in einem Londoner Krankenhaus behandelt werden. Laut Buckingham Palast handelte es sich um eine reine Vorsichtsmaßnahme. Der Sender BBC zeichnete die Ansprache mit der Queen in Schloss Windsor auf, bevor Philip in die Klinik kam. Wenigstens eine gute Nachricht gibt es für die Queen aber: Ihr Ehemann ist pünktlich zum Weihnachtsfest am Dienstagmorgen aus dem Krankenhaus entlassen worden. "Seine Königliche Hoheit möchte allen danken, die ihm gute Genesung gewünscht haben", teilte der Palast mit. Zum Öffnen der Weihnachtsgeschenke wird Philip also anwesend sein. Die Bescherung findet bei den Royals stets am Heiligabend statt - nicht wie bei den Briten üblich am 25. Dezember.

Unstimmigkeiten zwischen ihren Enkeln Harry und William belasten das Königshaus zusätzlich. So nehmen Harry und Herzogin Meghan mit ihrem Sohn Archie nicht an der traditionellen Weihnachtsfeier der Queen auf dem Landsitz Sandringham teil. Stattdessen feiern die jungen Eltern mit Meghans Mutter Doria Ragland in Kanada, wo das Paar zurzeit einen mehrwöchigen Familienurlaub verbringt. Auf dem vor der Ansprache der Queen veröffentlichten Screenshot sitzt die Königin an einem Schreibtisch, auf dem mehrere Familienfotos aufgereiht sind, eines von Harry und Meghan fehlt allerdings.

Stattdessen veröffentlichten die Eltern einen separaten Weihnachtsgruß. Darauf zu sehen ist der sieben Monate alte Archie, der mit großen Augen in die Kamera schaut. Im Hintergrund sitzen seine Eltern lachend vor einem beleuchteten Weihnachtsbaum. "Wir wünschen ein sehr frohes Weihnachtsfest und ein glückliches neues Jahr. Von unserer Familie zu Ihrer", heißt es auf der schwarz-weißen Karte, die der "Queen's Commonwealth Trust" am späten Montagabend veröffentlichte. Harry ist Präsident der Wohltätigkeitsorganisation.

Politisch ist das Vereinigte Königreich noch immer zerstritten. Das vergangene Jahr war geprägt von heftigen Auseinandersetzungen im Parlament über den geplanten Brexit. Durch eine Neuwahl im Dezember konnte sich Premierminister Boris Johnson mehr Unterstützung für sein mit Brüssel nachverhandeltes Austrittsabkommen sichern. Großbritannien wird Ende Januar die Staatengemeinschaft verlassen.

© Sz.de/dpa/AP/hij/mane

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