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Prügelattacke am Berliner Alexanderplatz:Zwei Tatverdächtige wieder auf freiem Fuß

Drei Männer wurden bislang im Zusammenhang mit der tödlichen Prügelattacke auf einen 20-Jährigen am Berliner Alexanderplatz festgenommen. Zwei wurden nun jedoch wieder auf freien Fuß gesetzt. Der noch flüchtige, mutmaßliche Hauptverdächtige könnte sich indes in die Türkei abgesetzt haben.

Nach der tödlichen Prügelattacke auf einen 20-Jährigen am Berliner Alexanderplatz sind zwei Verdächtige wieder auf freiem Fuß. Einem 19-Jährigen könne laut Haftrichter lediglich gefährliche Körperverletzung zum Nachteil eines der Begleiter des Getöteten vorgeworfen werden, sagte der Sprecher der Berliner Staatsanwaltschaft der Berliner Morgenpost. Damit entfalle ein Haftgrund. Die Staatsanwaltschaft prüfe, ob sie dagegen Beschwerde einlege.

Gegen einen 21-Jährigen, der sich am Mittwoch der Polizei gestellt hatte, wurde dem Bericht zufolge Haftbefehl wegen Körperverletzung mit Todesfolge erlassen. Wegen seines Geständnisses, seiner sozial-familiären Bindungen und seines Vorlebens sei der Haftbefehl jedoch außer Vollzug gesetzt worden. Die Staatsanwaltschaft habe gegen die Entscheidung Beschwerde eingelegt, nachdem sie mit einem Antrag auf Aufschub der Freilassung gescheitert sei.

Ein am Dienstag festgenommener dritter Verdächtiger ist dagegen nicht auf freiem Fuß.

Mutmaßlicher Hauptverdächtiger könnte in Türkei geflüchtet sein

Auch die Namen der anderen Tatverdächtiger sind der Polizei mittlerweile bekannt, einer von ihnen soll sich jedoch in die in die Türkei abgesetzt haben. Laut Angaben der Staatsanwaltschaft könnte der Mann die treibende Kraft bei dem Überfall auf Jonny K. gewesen sein.

Auf Anfrage von Süddeutsche.de sagte eine Polizeisprecherin, die genaue Zahl der Tatverdächtigen sei Gegenstand der Ermittlungen und könne zum jetzigen Zeitpunkt nicht definitiv bestimmt werden. Es werde von einer Gruppe von sechs oder sieben Tatverdächtigen ausgegangen.

Den Männern wird vorgeworfen, in der Nacht zum 14. Oktober den 20-jährigen Jonny K. vor einem Lokal nahe dem Alexanderplatz so brutal zusammengeschlagen und getreten haben, dass er einen Tag später an Gehirnblutungen starb. Die Gewaltattacke hatte bundesweit Entsetzen ausgelöst.

© Süddeutsche.de/dpa/AFP/jst/olkl/jobr
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