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Prozesse:Sitzung für Auftaktplädoyers im Weinstein-Prozess gestartet

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Ex-Filmproduzent Harvey Weinstein bestreitet, zwei Frauen sexuell misshandelt zu haben. Foto: Richard Drew/AP/dpa (Foto: dpa)

New York (dpa) - Der Vergewaltigungsprozess gegen den ehemaligen Hollywood-Mogul Harvey Weinstein ist in seinen inhaltlichen Teil gestartet.

Richter James Burke eröffnete die Sitzung, in der die Eröffnungsplädoyers von Anklage und Verteidigung erwartet wurden. Weinstein selbst verzichtete beim Eintritt in den Gerichtssaal in Manhattan zunächst auf seinen Rollator aus den vergangenen Wochen. Er humpelte gestützt auf einen Mitarbeiter seines Teams zu seinem Platz vor der Richterbank. Dort setzte er sich und machte sich Notizen.

Eigenen Angaben zufolge musste Weinstein sich wegen eines Autounfalls einer Rückenoperation unterziehen und ist deswegen auf eine Gehhilfe angewiesen. Auch die Jury nahm Platz.

In dem Prozess gegen den 67-Jährigen geht es um die Vorwürfe von zwei Frauen: Weinstein soll eine von ihnen 2006 zum Oral-Sex gezwungen und die andere 2013 vergewaltigt haben. Bei einer Verurteilung droht ihm lebenslange Haft. Insgesamt hatten mehr als 80 Frauen Weinstein in den vergangenen Jahren sexuelle Übergriffe vorgeworfen und damit die weltweite MeToo-Bewegung ausgelöst.

Weinstein hatte immer wieder gesagt, die sexuellen Kontakte seien einvernehmlich erfolgt. Der Prozess gegen den Multimillionär läuft schon seit 6. Januar. In den ersten zwei Wochen waren die zwölf Geschworenen und drei Ersatzjuroren aus einem Pool von insgesamt mehr als 600 Personen ausgewählt worden.

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