ProzessePolizisten entschuldigen sich nach Gewalt auf G-20-Gipfel

Zwei der Angeklagten entschuldigten sich bei einem Gewaltopfer.
Zwei der Angeklagten entschuldigten sich bei einem Gewaltopfer.
Ulrich Perrey/dpa

Das Treffen von Staats- und Regierungschefs 2017 in Hamburg war geprägt von Demonstrationen und Ausschreitungen. Nun hat ein Prozess gegen drei Polizisten begonnen.

Direkt aus dem dpa-Newskanal: Dieser Text wurde automatisch von der Deutschen Presse-Agentur (dpa) übernommen und von der SZ-Redaktion nicht bearbeitet.

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Hamburg (dpa) - Neun Jahre nach den Ausschreitungen rund um den G20-Gipfel in Hamburg haben sich zwei Polizisten zu Beginn eines Prozesses bei einem Gewaltopfer entschuldigt. Das Verfahren am Amtsgericht Hamburg ist laut Staatsanwaltschaft das erste dieser Art; alle weiteren gegen Beamte wurden demnach eingestellt. 

Angeklagt sind drei Polizeibeamte, denen die Staatsanwaltschaft vorwirft, einen Mann auf dem Bismarck-Denkmal der Hansestadt mit Schlagstöcken und Fäusten geschlagen und verletzt zu haben. Es bestehe der Verdacht der gemeinschaftlichen gefährlichen Körperverletzung im Amt. Der Mann trug Prellungen und Hämatome davon. 

Opfer nimmt Entschuldigungen an

Zwei der drei Angeklagten räumten ein, dass ihr Vorgehen aus heutiger Sicht nicht gerechtfertigt gewesen sei. Beide entschuldigten sich beim anwesenden Opfer und boten jeweils 500 Euro Schmerzensgeld an. 

Das Opfer nahm die Entschuldigungen an und erklärte vor Gericht, diese bedeuteten ihm mehr als das Geld. Einer der Angeklagten übergab die angebotenen 500 Euro Schmerzensgeld noch im Gerichtssaal. 

Lange Aufarbeitung der G20-Ausschreitungen

Zur Anklage kam es laut Staatsanwaltschaft, weil die Generalstaatsanwaltschaft während der Prüfung der eingestellten Verfahren zu der Einschätzung kam, dass die Polizisten mutmaßlich nicht gerechtfertigt gehandelt hätten. 

Während des G20-Gipfels im Juli 2017 in Hamburg eskalierten Proteste im Schanzenviertel und in Altona gegen die Veranstaltung. Autos wurden beschädigt, Geschäfte zerstört. Eine Bankfiliale brannte aus. 

Die Innenbehörde schätzte den entstandenen Sachschaden auf mehr als zwölf Millionen Euro. Nach älteren Behördenangaben wurden 797 Polizeibeamte bei dem Einsatz verletzt. Die Sicherheitskosten für den Gipfel beliefen sich nach Senatsangaben auf 64,7 Millionen Euro.

© dpa-infocom, dpa:260630-930-310655/1

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