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Prozesse - Osnabrück:Drogengeschäfte in großem Stil: 52-Jähriger im Gefängnis

Osnabrück (dpa/lni) - Ein 52-Jähriger muss wegen bandenmäßigen Drogenhandels für insgesamt 17 Jahre hinter Gitter. Das Landgericht Osnabrück befand den Mann in drei Fällen für schuldig. Die Kammer habe eine Verurteilung zu einem Jahr Gefängnis aus einem anderen Verfahren einbezogen und zwei gesonderte Strafen von sechseinhalb beziehungsweise zehneinhalb Jahren verhängt, teilte das Landgericht am Mittwoch mit. In der Summe ergebe dies die Gesamtstrafe von 17 Jahren Haft. Zudem muss der Mann 3,4 Millionen Euro aus Erträgen des Drogenhandels an die Staatskasse zahlen. Das Urteil fiel bereits am Dienstag.

Der 52-Jährige hatte als Kopf einer Bande in großem Stil Kokain aus Kolumbien und Marihuana aus Spanien nach Deutschland gebracht, zudem handelte er mit Drogen. Die Kammer sah es als zweifelsfrei erwiesen an, dass der Mann an allen ihm vorgeworfenen Taten beteiligt war.

Konkret ging es um drei Fälle: Im März 2017 hatte der Verurteilte nach Überzeugung des Gerichts versucht, 48 Kilogramm Kokain in einem Kühlcontainer aus Kolumbien nach Deutschland schaffen zu lassen. Die Drogen seien vorher entdeckt und durch Imitate ersetzt worden. Im Herbst 2017 dann habe der 52-Jährige einen Transport von rund 220 Kilogramm Marihuana per Lastwagen nach Deutschland organisiert - allerdings griffen Zoll und Polizei ein und stoppten den Transport. Zudem habe der Mann 156 Kilogramm Kokain in Deutschland verkauft.

Zeugen hatten den Verurteilten nach Gerichtsangaben beschuldigt, darunter ein Polizeibeamter, der zwischen April 2016 und Dezember 2017 als verdeckter Ermittler im Einsatz war.