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Prozesse - Landshut:Neuneinhalb Jahre Haft für versuchten Mord auf Philippinen

Landshut (dpa/lby) - Weil er sich mit dem Fuß auf den Hals seiner Freundin gestellt hat, um sie zu töten, ist ein 30 Jahre alter Mann in Niederbayern zu neuneinhalb Jahren Haft verurteilt worden. Das Landgericht Landshut legte ihm am Dienstag versuchten Mord zur Last. Zudem soll der Mann nach dem Willen des Gerichtes in einer Entziehungsanstalt untergebracht werden und dem Opfer 7500 Euro Schmerzensgeld zahlen. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Die Staatsanwaltschaft hatte für die Tat, die 2014 auf den Philippinen in der Wohnung der heute 55-jährigen Frau stattfand, zehn Jahre Haft gefordert. Der Verteidiger plädierte auf Freispruch. Der Angeklagte hatte während des gesamten Prozesses geschwiegen. Der Gutachter hielt die Aussagen des Opfers für glaubwürdig und zum Verletzungsbild passend.

Den Ermittlungen nach hatte der Mann die Frau nach einem Streit ans Bett gefesselt, geschlagen und getreten. Dann stellte er sich auf den Hals der Frau, um sie zu würgen. Sie stellte sich tot, weswegen der Mann von ihr abließ und die Frau überlebte.

Während des Angriffs telefonierte der Täter via Skype mit einem Freund in Deutschland, der das Geschehen auf diese Weise mitverfolgte. Der 30-Jährige habe ihm gegenüber geäußert, verhindern zu wollen, dass die Frau die Schläge der Polizei meldet. Jedoch meldete der Bekannte in Deutschland das Geschehen der Polizei.

Nach der Rückkehr des Mannes nach Deutschland im Jahr 2015 war er nach Justizangaben zu dem Vorfall befragt worden, habe aber keine Angaben gemacht. Anfang 2016 erbat die Staatsanwaltschaft Landshut Rechtshilfe bei den philippinischen Behörden, die zwei Jahre später genehmigt wurde. Daraufhin vernahm ein deutscher Kriminalbeamter auf den Philippinen die Frau, die den Angriff bestätigte. Im Mai 2018 erging schließlich Haftbefehl gegen den nun Verurteilten.