Prozesse - Frankfurt am Main:Mann nach Messerattacke in Psychiatrie untergebracht

Deutschland
Das Landgericht in Frankfurt am Main. Foto: Boris Roessler/dpa/Archivbild (Foto: dpa)

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Frankfurt/Main (dpa/lhe) - Nach einer lebensgefährlichen Messerattacke in einer Regionalbahn ist ein Mann dauerhaft in einem psychiatrischen Krankenhaus untergebracht worden. Das Landgericht Frankfurt ging am Mittwoch von versuchtem Mord aus, erklärte den 35-Jährigen aber wegen paranoider Schizophrenie für schuldunfähig.

Der Mann hatte im Oktober vergangenen Jahres in einem Regionalzug Richtung Heidelberg einem 26 Jahre alten Fahrgast unvermittelt von hinten in den Hals und in den Arm gestochen. Nur weil der Zug noch im Frankfurter Hauptbahnhof stand, konnte für den Schwerverletzten schnelle Hilfe organisiert und sein Leben gerettet werden.

Nach einer entsprechenden psychiatrischen Expertise ging die Strafkammer von einer großen Gefahr für die Allgemeinheit aus, die von dem Täter ausgehe. Zwar führe er sich in der Klinik hervorragend, arbeite mit und nehme seine Medikamente ein. In der Vergangenheit habe sich jedoch gezeigt, dass es dazu eines dauerhaften Aufenthaltes in der geschlossenen Abteilung bedürfe.

Vor Gericht hatte der Mann die Messerattacke eingeräumt und sich bei dem Opfer entschuldigt. Er sei in dem Zug davon ausgegangen, dass der Fahrgast jener Mann sei, der seiner Familie nach dem Leben trachte und habe ihn deshalb "ausschalten" wollen.

Die Entscheidung ist bereits rechtskräftig.

© dpa-infocom, dpa:220928-99-933224/3

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