Prozess um Amoklauf von Winnenden Bitterer Streit ums Geld

Alles neu: Die umgebaute Albertville-Realschule in Winnenden.

(Foto: Franziska Kraufmann/dpa)
  • Das Stuttgarter Landgericht schlägt im Schadenersatzprozess gegen die Eltern des Amokläufers einen Vergleich vor: Der Haftpflichtversicherer soll 400 000 Euro zahlen, die Eltern bis zu 100 000 Euro.
  • Der damals 17-jährige Tim K. hatte 2009 in Winnenden und Wendlingen 15 Menschen und sich selbst erschossen.

Stuttgarter Landgericht schlägt Vergleich vor

Über fünf Jahre nach dem Amoklauf im baden-württembergischen Winnenden streiten die Parteien noch immer um Geld. Im Schadenersatzprozess gegen die Eltern des Amokläufers hat das Stuttgarter Landgericht am Freitag einen Vergleich vorgeschlagen.

Demnach soll der Haftpflichtversicherer 400 000 Euro an die Stadt Winnenden in Baden-Württemberg zahlen, wie der Vorsitzende Richter mitteilte. Die Eltern von Tim K. sollen bis zu 100 000 Euro an die Unfallkasse Baden-Württemberg leisten, die eigentlich eine Million Euro verlangt. Dabei geht es um Kosten für Heilbehandlungen bei Schülern, Eltern und Lehrern.

Der Amoklauf im Jahr 2009

Der damals 17-jährige Tim K. hatte 2009 in Winnenden und Wendlingen 15 Menschen und sich selbst erschossen. Die Tatwaffe hatte der Vater, ein passionierter Sportschütze, unverschlossen im Schlafzimmer aufbewahrt. Er ist deswegen zu einer 18-monatigen Bewährungsstrafe verurteilt worden.

Kommune fordert 5,3 Millionen Euro

Die Kommune machte 5,3 Millionen Euro geltend. Sie will durch die Tat entstandene Kosten ersetzt bekommen, beispielsweise für den Schulneubau und Schäden am alten Gebäude der Albertville-Realschule. Im Februar 2014 wurde von 9,4 Millionen Euro für Folgekosten der Gewalttat gesprochen.