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Prozess gegen US-Anwalt:Michael Avenatti wegen Erpressung schuldig gesprochen

FILE PHOTO: Attorney Michael Avenatti exits the United States Courthouse in the Manhattan borough of New York

In allen Anklagepunkten schuldig gesprochen: US-Star-Anwalt Michael Avenatti.

(Foto: Brendan McDermid/Reuters)

Einst vertrat er Pornodarstellerin Stormy Daniels im Rechtsstreit mit Donald Trump, jetzt ist der Star-Anwalt von einem Gericht in New York schuldig gesprochen worden, weil er den Sportartikelhersteller Nike um 25 Millionen Dollar betrügen wollte.

Der US-Anwalt Michael Avenatti ist von einem Gericht in New York verurteilt worden, weil er den US-Sportartikelhersteller Nike um eine Summe von 25 Millionen US-Dollar erpresst haben soll.

Die Jury in Manhattan sprach Avenatti in allen drei Anklagepunkten schuldig. Der Prozess, der am Freitag nach zwei Wochen zu Ende ging, könnte für den Anwalt eine langjährige Haftstrafe bedeuten. Das Strafmaß wird, wie in den USA üblich, zu einem späteren Zeitpunkt, vermutlich am 17. Juni, verkündet.

Avenatti wurde bekannt, weil er die frühere Pornodarstellerin Stormy Daniels in ihrem Rechtsstreit mit US-Präsident Donald Trump vertreten hatte. In dem Fall ging es um einen angeblichen Schweigegeld-Deal. Die Pornodarstellerin gab an, 2006 mit dem schon damals verheirateten Trump Sex gehabt zu haben. Der damalige Anwalt Trumps soll ihr daraufhin Schweigegeld in Höhe von 130 000 Dollar gezahlt haben, der Präsident bestreitet die Vorwürfe. Rund um den Fall Stormy Daniels machte Avenatti mit einer öffentlich ausgetragenen Fehde mit Trump auf sich aufmerksam und liebäugelte nach eigenem Bekunden kurz selbst mit einem Einstieg ins Rennen ums Weiße Haus 2020.

Avenatti war im März vergangenen Jahres festgenommen worden, kam jedoch gegen Kaution rasch wieder frei. Sein Mandant, ein junger Basketball-Trainer, hatte behauptet, die Firma Nike besteche Basketball-Profis, damit diese zu Teams wechselten, die von Nike gesponsert werden. Avenatti war mit den Vorwürfen bei Nike-Anwälten vorstellig geworden und hatte gedroht, die Sache öffentlich zu machen, wenn ihm nicht 25 Millionen Dollar gezahlt würden.

© SZ.de/Bloomberg/olkl/jael
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