Prozess in Dortmund:"Da ist man froh, wenn man überhaupt trifft"

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Aus Notwehr habe er geschossen, sagt einer der angeklagten Polizeibeamten. (Foto: Carsten Linnhoff/dpa)

Weil er einen 16-jährigen Geflüchteten erschossen hat, muss sich ein Polizist vor Gericht verantworten. Totschlag lautet der Vorwurf. Der Angeklagte schildert seine Sicht der Dinge - und spricht von Notwehr.

Von Christian Wernicke, Dortmund

Kurz vor Ende seiner Vernehmung schießt Fabian S. dann doch das Blut in die blassen Wangen. Wie immer in Momenten, die den Hauptangeklagten aufwühlen im Prozess um den gewaltsamen Tod von Mouhamed Dramé. Der Staatsanwalt wirft ihm Totschlag vor: Vor bald zwei Jahren, am 8. August 2022, hat der Polizist S. im Dienst einen Menschen getötet, mit fünf Kugeln aus seiner Maschinenpistole. Jetzt sitzt der 30-jährige Beamte - kurze blonde Haare, heller Bart - im großen Saal des Dortmunder Landgerichts zwei Brüdern seines damals 16-jährigen Opfers gegenüber. Er wolle "noch drei, vier Sätze sagen" zu den beiden. Doch er stockt, seine Stimme bricht.

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