Süddeutsche Zeitung

Prozess auf den Bahamas:Erpressung Travoltas wird neu verhandelt

Der Prozess um die Erpressung des Schauspielers John Travolta nach dem Tod seines Sohnes muss neu aufgerollt werden. Die Jury-Entschdeidung war durchgesickert.

Der Prozess um die mögliche Erpressung von Hollywoodstar John Travolta (55) nach dem Tod seines Sohnes muss neu aufgerollt werden. Richterin Anita Allen brach das bisherige Verfahren auf den Bahamas in der Nacht zum Donnerstag überraschend ab, nachdem das Ergebnis der Geschworenenberatung vorzeitig durchgesickert war.

"Wir sind im Interesse der Justiz besorgt, weil es aus dem Jury-Raum heraus eine Mitteilung gegeben hat", sagte die Richterin nach Angaben der New York Daily News. Ein Sanitäter und seine Rechtsanwältin - eine frühere Parlamentsabgeordnete der Bahamas - sind angeklagt, Travolta nach dem Tod seines 16-jährigen Sohnes Jeff Anfang des Jahres um 25 Millionen Dollar (17 Millionen Euro) erpresst zu haben.

Die beiden sollen gedroht haben, Einzelheiten der Todesumstände von Travoltas Sohn zu veröffentlichen und Travolta eine Mitschuld zu geben. Nach wochenlangen Verhandlungen - unter anderem mit einer Zeugenvernehmung des Stars - befand sich die neunköpfige Jury am Mittwochabend noch in Beratungen, als ein Politiker bei einem öffentlich übertragenen Parteikongress ankündigte, die angeklagte Ex-Abgeordnete Pleasant Bridgewater sei freigesprochen worden.

Kurz darauf brach die Richterin den Prozess ab. Ein neuer Termin wurde zunächst nicht festgesetzt. Travolta erklärte dem Zeitungsbericht zufolge, er sei "bestürzt", werde aber weiter mit den Ermittlungsbehörden zusammenarbeiten.

Der 16-jährige Jett, der an Autismus litt, war im Januar während eines Familienurlaubes auf den Bahamas nach einem Krampfanfall gestorben. Ein Kindermädchen hatte ihn bewusstlos auf dem Boden liegend gefunden, Wiederbelebungsversuche kamen zu spät.

Travolta, bekannt aus Filmen wie Saturday Night Fever und Pulp Fiction, hatte den Jungen zunächst mit seinem Privatflugzeug nach Florida bringen wollen. Noch im Rettungswagen entschloss er sich jedoch, ein örtliches Krankenhaus aufzusuchen. Dort gab es für ihn und seine Frau Kelly Preston nur noch die Auskunft: "Ihr Sohn lebt nicht mehr".

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dpa/bsj/ehr
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