Proteste beim Weltjugendtag in Madrid:"Keine Steuergelder für den Papst"

Explosive Mischung: Die spanische Wirtschaft liegt am Boden, die Arbeitslosigkeit ist so hoch wie in kaum einem anderen Land. Doch der Besuch Benedikts beim Weltjugendtag soll angeblich aus der Staatskasse mitfinanziert werden - das erzürnt viele Spanier. In Madrid machten Tausende ihrem Unmut Luft.

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World Youth Day 2011 Celebrations Are Held In Madrid

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Explosive Mischung: Die spanische Wirtschaft liegt am Boden, die Arbeitslosigkeit ist so hoch wie in kaum einem anderen Land. Doch der Besuch des Pontifex beim Weltjugendtag wird aus der Staatskasse bezahlt - das erzürnt viele Spanier. In Madrid machten Tausende ihrem Unmut Luft.

Auf dem Platz "Puerta del Sol" im Zentrum der spanischen Haupstadt treffen die Extreme aufeinander: Auf der einen Seite junge Katholiken, die aus dem ganzen Land und von überall aus der Welt nach Spanien gepilgert sind, um beim Weltjugendtag ihren Glauben - und den Papst - zu feiern. Auf der anderen Seite Menschen wie dieser Spanier, der vor lauter Wut von Polizisten zurückgehalten werden muss: Denn die Kosten des viertägigen Besuchs des geistlichen Oberhaupts der katholischen Kirche müsse der spanische Steuerzahler mittragen, so der Vorwurf.

A protester rebukes pilgrims during a demostration against what they claim to be the expensive cost of the papal visit in central Madrid coinciding with the second day of the World Youth Day meeting

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Auch dieser Mann schreit auf dem "Puerta del Sol" seinen ganzen Zorn heraus.

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Die Menschen im Land leiden noch immer unter den Folgen der Finanzkrise, die spanische Wirtschaft erholt sich nur schleppend. Die Arbeitslosigkeit liegt bei 21,3 Prozent - fast jeder zweite junge Spanier ist ohne Job. So sind besonders viele junge Menschen unter den Demonstranten auf dem "Puerta del Sol".

A woman shouts at the police in central Madrid, during a demonstration against the cost of an upcoming visit by Pope Benedict to Spain

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Diese Frau versucht lautstark, auf gepanzerte Polizeibeamte einzuwirken - doch deren Blicke bleiben starr.

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Konkret richtet sich der Zorn der Demonstranten gegen Steuernachlässe für Sponsoren und Vergünstigungen für Teilnehmer des christlichen Massenevents. Damit würden die Kosten für den Weltjugendtag in Höhe von etwa 50 Millionen Euro durch den Steuerzahler subventioniert.

Ein Ereignis wie der Weltjugendtag sollte in Zeiten der Krise nicht so wuchtig und spektakulär gestaltet sein, sagte Raquel Mallavibarrena von der christlichen Organisation "Redes Cristianas". Während die Proteste überwiegend friedlich verliefen, ...

Policemen scuffle with protesters during a demonstration against what they claim is the expensive cost of the papal visit in central Madrid coinciding with the second day of the World Youth Day meeting

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... gerieten auf dem Platz "Puerta del Sol" junge Demonstranten mit der Polizei aneinander.

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Während dieses Mädchen von Polizeibeamten weggezogen wird, ...

Policemen scuffle with protesters during a demonstration against what they claim is the expensive cost of the papal visit in central Madrid coinciding with the second day of the World Youth Day meeting

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... fühlt sich dieser Polizist von dem jungen Demonstranten offenbar so bedroht, dass er zum Schlagstock greift.

Die Veranstalter des Weltjugendtages bestreiten indes eine Beteiligung des spanischen Steuerzahlers an der Finanzierung der Veranstaltung. Nach ihren Angaben wurden die Millionen-Kosten von den Teilnehmern selbst sowie mit Hilfe von Spendern aufgebracht. Und die spanische Regierung betonte, das Land gewinne bei dem Papstbesuch mehr, als es dafür ausgebe.

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Der Zorn der Spanier richtet sich aber nicht nur gegen die vermeintliche Verschwendung von Steuergeldern: Diese Frau fordert auf ihrem Schild die Bestrafung von klerikalen Päderasten.

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Viele jungen Spanier stoßen sich an der rigiden Sexualmoral der katholischen Kirche: Dieser junge Mann provoziert mit einem ausgefallenen Outfit.

A protester holds a blown-up condom as they perform a sit-in next to police after a demonstration against what they claim is the expensive cost of the papal visit in central Madrid coinciding with the second day of the World Youth Day meeting

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Zwar befürwortet Papst Benedikt XVI. mittlerweile den Gebrauch von Verhütungsmitteln wie Kondomen - allerdings nur, um die Verbreitung von Geschlechtskrankheiten wie Aids zu verhindern.

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Protest-Küsse für die freie Partnerwahl: Seit 2005 dürfen Homosexuelle in Spanien heiraten - von der katholischen Kirche werden gleichgeschlechtliche Verbindungen allerdings nicht gebilligt.

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Dieser Demonstrant verleiht seiner Meinung zur katholischen Kirche in Plakatform Ausdruck: "Macht den Vatikan zu, dieses geistige Guantanamo", steht auf seinem Schild.

An diesem Donnerstag wird der Papst in Madrid erwartet: Die Polizei rechnet mit weiteren Protesten.

A volunteer embraces a monk during a demonstration against the cost of the papal visit in Madrid

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Dieser freiwillige Mitarbeiter des Weltjugendtages und ein Mönch können die Wut der Demonstranten überhaupt nicht fassen. Sie sind schockiert und umarmen sich, um sich zu trösten.

© sueddeutsche.de/Reuters/dpa/dapd/jobr/gba
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