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Leute des Tages:Mit Beten Amerika retten

Kanye West betreibt Wahlwerbung, Laura Müller betreibt Schadensbegrenzung, und Guido Maria Kretschmer betreibt eine private Telefonsprechstunde.

(Foto: Michael Wyke/AP)

Kanye West, 43, chancenloser US-Präsidentschaftskandidat, will die USA durch Gebete zu alter Größe führen. In seinem ersten Wahlwerbespot, den er auf seinen Social-Media-Kanälen veröffentlichte, sind wehende "Stars and Stripes"-Flaggen und weichgezeichnete Szenen zu sehen, unter anderem: ein heimkehrender Familienvater, ein Gärtner im Gewächshaus, eine Hand auf einer aufgeschlagenen Bibel. Wests Kernbotschaft: "Wenn wir uns dem Glauben zuwenden, werden wir die Art von Nation sein, die Art von Menschen, die sich Gott gewünscht hat." Beten sei dabei von zentraler Bedeutung. West hatte sich sehr spät für das Amt beworben und es nur auf ein paar Wahlzettel der 50 US-Bundesstaaten geschafft.

Laura nach Wendler-Eklat
(Foto: Rolf Vennenbernd/dpa)

Laura Müller, 20, Frau vom Wendler, übt sich in Diplomatie. "Bezüglich des Themas Corona bin ich wie die Schweiz: Ich bin neutral und unpolitisch", sagte sie in einem Instagram-Video. "Jeder sollte seine eigene Meinung haben und sie auch öffentlich mitteilen dürfen." Sie sei nicht immer derselben Meinung wie ihr Mann, der Schlagersänger Michael Wendler, 48, sehe aber trotzdem keinen Grund, sich von ihm zu trennen. Wendler hatte seinen Ausstieg aus der Jury von "Deutschland sucht den Superstar" mit Corona-Verschwörungstheorien begründet.

Modedesigner Guido Maria Kretschmer
(Foto: Daniel Bockwoldt/dpa)

Guido Maria Kretschmer, 55, Designer und Fernsehjuror, hat während der Corona-Beschränkungen eine private Telefonsprechstunde betrieben. Seine zahlreichen Freunde aus dem Showbusiness hätten alle nichts zu tun gehabt und stundenlang telefonieren wollen, erzählte Kretschmer der Schweizer Boulevardzeitung Blick. "Nach vier Stunden dachte ich, gleich brennt der Akku." Er habe gar überlegt, eine Rundmail an alle zu schreiben und seine Zeit in Rechnung zu stellen.

Wirtschaftsnobelpreis an US-Ökonomen Milgrom und Wilson
(Foto: Andrew Brodhead/Stanford University/dpa)

Paul Milgrom, 72, US-Ökonom, hat seinen Nobelpreis verschlafen. Wegen der Zeitverschiebung rief das Stockholmer Nobelpreiskomitee mitten in der Nacht bei ihm an, doch Milgrom hatte sein Handy stumm geschaltet. Sein Mitpreisträger und Nachbar Robert Wilson, 83, klingelte ihn daraufhin um zwei Uhr nachts aus dem Bett. Die Stanford-Universität veröffentlichte auf Twitter ein Video von Milgroms Türkamera. Zu sehen ist, wie Wilson sagt: "Du hast den Nobelpreis gewonnen." Milgroms Antwort: "Yeah ... wow."

Isabella Rossellini bei der Serien Premiere von Shut Eye am 1 12 2016 in Los Angeles Hulu s Shut Eye
(Foto: Imago)

Isabella Rosselini, 68, italienisch-US-amerikanische Schauspielerin, hat eine Alternative zum Oscar gefunden. "Ich hätte gerne einen Oscar bekommen", sagte sie dem Guardian. "Ach, so ein Pech! Jetzt habe ich zwei Schafe, zwei Hunde und zwei Kinder." Das Gute am Älterwerden sei: Dinge, an denen man in jungen Jahren zu knabbern gehabt habe, hörten auf, einen zu beschäftigen. Sie finde es zwar nicht so toll, fetter und faltiger zu werden, schätze aber die Freiheit, die das Alter mit sich bringe. "Ich mache jetzt einfach nur noch das, was mich interessiert, denn bald bin ich tot."

(Foto: Brianna Hill/privat/CNN)

Brianna Hill, 28, Jurastudentin aus den USA, hat sich von einer geplatzten Fruchtblase nicht beirren lassen. Als die hochschwangere Absolventin der Loyola University School of Law in Chicago gerade ihre Anwaltsprüfung schrieb, setzten die Wehen ein. "30 Minuten nach Prüfungsbeginn spürte ich etwas", sagte sie zu CNN. Dennoch beendete sie den ersten Teil der Prüfung. "Als ich nach 90 Minuten aufstand, wusste ich: Meine Fruchtblase ist geplatzt." Sie hielt weitere eineinhalb Stunden durch, bevor sie ins Krankenhaus fuhr und einen Sohn zur Welt brachte. Den Rest der Prüfung legte sie am nächsten Tag ab, in einem Krankenhauszimmer mit "Bitte nicht stören"-Schild an der Tür.

© SZ/nas

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