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Leute des Tages:In Wedemark, wo die Welthits entstehen

Klaus Meine widerspricht Gerüchten, die CIA habe "Wind of Change" geschrieben. Peter Maffay kann Verschwörungstheoretiker ein bisschen verstehen. Und Jon Bon Jovi hat Verständnis für alles und jeden. Die Altrocker des Tages.

Rockband Scorpions - 30 Jahre 'Wind of Change'
(Foto: Julian Stratenschulte/dpa)

Klaus Meine, 72, Scorpions-Sänger, lacht über Verschwörungstheorien. Ein Journalist habe ihn mit dem Gerücht konfrontiert, dass seine Ballade "Wind of Change" eigentlich vom US-Geheimdienst CIA geschrieben worden sei, sagte Meine der Deutschen Presse-Agentur. "Erstmal habe ich laut gelacht. Ich habe das nicht ernst genommen, aber wir leben ja in Zeiten, wo diese Verschwörungstheorien total aufgesogen werden." Er habe den Song im September 1989 in seinem kleinen Homestudio in der Wedemark bei Hannover eingespielt, "da, wo halt solche Welthits entstehen".

Peter Maffay
(Foto: Robert Michael/dpa)

Peter Maffay, 71, Sänger, hat Verständnis für Verschwörungstheoretiker, zumindest ein ganz kleines bisschen. Zwar sei es für ihn einerseits nicht nachvollziehbar, wenn jemand Corona negiere und an Demonstrationen gegen die Beschränkungen teilnehme. "Es handelt sich um einen wissenschaftlich bewiesenen, unstrittigen Umstand", sagte er der Deutschen Presse-Agentur. Andererseits aber litten viele Menschen unter der Abschottung, den Bestimmungen und Verordnungen. "Was sich hinter diesen Protesten versteckt, ist die Angst, die Selbstbestimmung zu verlieren."

Rockband Bon Jovi
(Foto: Ian West/dpa)

Jon Bon Jovi, 58, US-Rocksänger, lehnt Schwarz-Weiß-Denken grundsätzlich ab. "Das sollte nicht die Art sein, wie wir als Gesellschaft miteinander kommunizieren", sagte er der Deutschen Presse-Agentur. Ihm sei "fast schon egal", wie die politische Einstellung einer Person sei. "Ich will mit allen Menschen in den Dialog treten und helfen." Darum seien die Songs auf seinem neuen Album, in denen es um Themen wie das Coronavirus, Rassismus oder Waffengewalt geht, nicht explizit politisch, sondern universell. "Ich habe mich mehr als je zuvor bemüht, in den Songs keine Partei zu ergreifen, um die politische Spaltung Amerikas nicht noch mehr anzuheizen."

ZDF-Aufzeichnung Jahresrückblick 'Menschen 2019'
(Foto: Axel Heimken/dpa)

Campino, 58, Sänger der Toten Hosen, sieht sich als moralische Instanz. Er werde "dauernd zu solchen Themen gefragt, klar", sagte er der Wochenzeitung Die Zeit. Der einstige Punker sei "Teil der Gesellschaft, und wenn irgendwas brennt und ich einen Eimer Wasser werfen kann, um zu löschen, bin ich nach wie vor dabei".

BAP-Sänger Wolfgang Niedecken
(Foto: Jan Woitas/dpa)

Wolfgang Niedecken, 69, Kölschrocker, erklärt seine Namensfindung. Dem Spiegel sagte Niedecken: "Ich hatte meinen Bandkollegen oft von der Sparsamkeit meines 'Bapp' (Kölsch für Papa) erzählt. (...) Wir brauchten vor unserem ersten Auftritt einen griffigen Namen, um Plakate zu beschriften. Einer sagte: ,Schreibt Bap drauf, aber lasst das zweite P weg, das sieht scheiße aus.' Das war's: BAP."

© SZ
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