Leute"Ich versuche, mich langsam umzugewöhnen"

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Schon wieder versprochen? Hartmut Engler, Sänger der Band Pur, bei einem Auftritt.
Schon wieder versprochen? Hartmut Engler, Sänger der Band Pur, bei einem Auftritt. Bernd Thissen/dpa

Hartmut Engler will gendern, aber das klappt nicht immer. Tagesschau-Sprecher André Schünke bekommt Zuspruch für seine abgelegte Krawatte. Und Caroline Link findet: Kinder gehören an die frische Luft.

Hartmut Engler, 60, Sänger, hat sich stets bemüht. "Ich versuche, mich langsam umzugewöhnen und einiges in meinem Sprachgebrauch mit aufzunehmen", sagte er der Augsburger Allgemeinen mit Bezug auf das Gendern. Letztens habe sich der Sänger der Band "Pur" aber bei einem Radiointerview dabei ertappt, dass er nur "Lieber Hörer" gesagt habe. "Das war mir danach unangenehm." Als jemand, der sprachlich anders geprägt worden sei, verfalle er eben manchmal in alte Gewohnheiten. Er arbeite aber an sich.

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André Schünke, 42, Nachrichtensprecher, halst sich keinen Ärger auf. Nachdem er als erster Sprecher einer "Tagesschau" jemals am vergangenen Sonntag um 1.40 Uhr nachts keine Krawatte trug, seien die Reaktionen gerade bei Jüngeren auf Instagram wohlgesinnt gewesen. "Die Kommentare waren bestimmt zu mehr als drei Viertel positiv. Nach dem Motto: Go for it", sagte er der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. "Aber wenn man auf anderen Nachrichtenseiten schaut, die zum Teil auch Abstimmungen gemacht haben, dann ist es so: 60 Prozent streiten sich, ob das richtig ist. Dem Rest, so mein Eindruck, ist es egal." Sein Blick auf die Krawatte hat sich erst im Laufe der Zeit verändert: "Vor fünf Jahren hätte ich die Krawatte auch noch gar nicht infrage gestellt. Aber jetzt passt es in die Zeit, dass sich auch auf dem Bild­schirm etwas verändert."

Wie man Kinder stärken kann: Regisseurin Caroline Link, hier bei der Filmpremiere "Tausend Zeilen" im Arri Kino im September 2022
Wie man Kinder stärken kann: Regisseurin Caroline Link, hier bei der Filmpremiere "Tausend Zeilen" im Arri Kino im September 2022 Felix Hörhager/dpa

Caroline Link, 58, Regisseurin, wünscht Kindern mehr Freiheit. "Kinder sind viel zu oft unter Aufsicht oder vor dem Computer. Sich selbst im Spiel auszudrücken, ohne dass das jemand kommentiert, ist so wichtig", sagte sie den Zeitungen der Funke Mediengruppe. "Heute weiß man, wie wichtig das ,freie Spiel' ist - für die Bewältigung von Erlebnissen und die Verarbeitung von Frust und Aggression." Durch ihre Arbeit mit Kindern habe sie, die unter anderem beim Film "Der Junge muss an die frische Luft" Regie führte, einiges gelernt. "Vor allem, dass man seine Kinder nicht nach ihrer Leistung bewerten sollte. Aber ich glaube nicht, dass ich durch meine Arbeit eine bessere Mutter geworden bin. Der Beruf der Regisseurin ist eher familienfeindlich, weil man bei Drehs so lange von zu Hause weg ist."

Oliver Berg/dpa

Bernd Stelter, 61, Kabarettist, trommelt für den Karneval. "Es ist wichtig, auch und gerade in diesen Zeiten zu lachen und Spaß zu haben", sagte Stelter mit Blick auf den schleppenden Vorverkauf für Karnevalsveranstaltungen der Deutschen Presse-Agentur. "Deshalb sollte man sagen, ich gehe da jetzt hin und verzichte auf etwas anderes." Eine Umfrage des Kölner Festkomitees hatte ergeben, dass rund 80 Prozent der Mitgliedsvereine teils drastische Einbrüche beim Vorverkauf für Sitzungen und Partys verzeichnen. Viele Menschen warteten aufgrund der steigenden Energie- und Lebenshaltungskosten sowie aus Angst vor Corona erst mal ab, ehe sie Karten kauften, hieß es zur Begründung.

Alessandra Tarantino/dpa

Franziskus, 85, Papst, hält googeln für überbewertet. "Sucht euch immer, noch vor den Ratschlägen im Internet, gute Ratgeber im Leben", sagte das katholische Kirchenoberhaupt am Samstag bei einem Treffen mit Schülern während eines Besuchs im Golfstaat Bahrain. Er denke dabei an die Eltern, Lehrer und die Großeltern. "Das Abenteuer der Entscheidungen sollte nicht allein bestritten werden", riet er den Jugendlichen.

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