Ashley Graham, 36, Plus-Size-Model, zieht nicht alles an. Für ihren Laufstegauftritt bei der Schau des Dessous-Labels Victoria’s Secret in New York sei ihr zunächst „diese winzig kleine Unterwäsche“ gegeben worden, erzählte die US-Amerikanerin dem People-Magazin. Da habe sie gesagt: „Hallooo, ich habe vor nicht allzu langer Zeit drei Kinder bekommen!“ Sie habe dann einen Bodysuit tragen dürfen. In einem Instagram-Beitrag gab Graham zu, gezögert zu haben, ob sie überhaupt bei der Modenschau mitlaufen solle. „Jahrelang hatte ich das Gefühl, dass die Marke nicht für jemanden wie mich gemacht war. Ihre Vision von Schönheit erschien eng gefasst, als ob alles, was sie schufen, nur für einen bestimmten Körpertyp gedacht war – und das war nicht meiner“, schrieb sie. Sie habe dann aber das Gefühl gehabt, dass das Label es ernst meine mit dem Thema „Vielfalt der Körper“. Die Schau war Ende der 2010er-Jahre wegen eines überkommenen Frauenbildes in Verruf geraten und fand nun erstmals nach fünf Jahren Pause wieder statt.

Kristen Bell, 44, Schauspielerin, lobt das Desinteresse ihrer Töchter an ihrem Erfolgsfilm „Die Eiskönigin“. „Kinder sollen einem das Gefühl geben, geerdet zu sein, und sie sollen Dinge ablehnen, an denen ihre Eltern beteiligt sind“, sagte die US-Amerikanerin dem Magazin Vanity Fair in einem Video-Interview. Bell hat in den beiden Teilen des Disney-Hits „Frozen“ der erwachsenen Prinzessin Anna ihre Stimme geliehen. Auf die Frage, ob ihren neun und elf Jahre alten Töchtern die Filme gefielen, antwortete Bell: „Sie wissen es sicher zu schätzen, dass sie dadurch aufs College gehen können, aber sie sind nicht Teil des Frozen-Phänomens.“

Armin Laschet, 63, Bundestagsabgeordneter der CDU, ist der Bundespolizei an der Grenze ins Netz geraten. Neulich sei er von seiner Heimatstadt Aachen nach Straßburg zum Europarat gereist, sagte der ehemalige nordrhein-westfälische Ministerpräsident dem Stern. So richtig begeistert war Laschet, dessen Partei eben jene Grenzkontrollen befürwortet, nicht. „Man fährt von Aachen durch die Ardennen und kommt in der Südeifel an, in Rheinland-Pfalz. Nicht gerade eine der Hauptflüchtlingsrouten.“ Plötzlich habe im Ort Winterspelt an der belgischen Grenze die Bundespolizei gestanden, ihn angehalten und kontrolliert. „Ich konnte mich ausweisen.“ Dann habe er die Polizisten gefragt, ob die Kontrollen hilfreich seien. „Die Beamten empfanden das nicht so“, sagte Laschet.

Martina Gedeck, 63, Schauspielerin, vermisst Filme zu realitätsnahen Themen. „Manchmal wünsche ich mir, dass man sich mehr an die Wirklichkeit hält“, sagte sie der Deutschen Presse-Agentur. „Gesellschaftlich passiert so viel in unserem Land und in der Welt, aber das wird selten thematisiert.“ Ein Film müsse deshalb nicht bedeutungsschwer sein. „Er kann auch eine Leichtigkeit haben, ohne ins Lächerliche oder Belanglose zu rutschen.“ Beispiele und Versuche gebe es, aber Drehbuchautoren wird es laut Gedeck nicht leicht gemacht: „Alles, was mit unserer jetzigen Situation zu tun hat, wird mit ängstlichen Händen angefasst von den Entscheidern.“ Man halte sich lieber an Krimis oder an Beziehungsgeschichten.

Simon Verhoeven, 52, Filmemacher, rät in der Debatte um „alte, weiße Männer“ zu Offenheit – aber auch zu Selbstkritik. Er könne damit nichts anfangen, wenn jemand sich darüber beklage, vor dem Reden mehr nachdenken zu müssen, sagte er der Deutschen Presse-Agentur mit Blick auf seine neue Komödie „Alter weißer Mann“, die am 31. Oktober in die Kinos kommt. Er halte es für sehr positiv, sich mehr Gedanken darüber zu machen, was unsensibel und verletzend sein könnte. Werte und Sensibilitäten änderten sich im Laufe der Jahrzehnte. „Man raucht ja schließlich auch nicht mehr im Flugzeug.“ Wichtig sei es, den Humor nicht zu verlieren: „Diese zeitgeistigen Veränderungen können natürlich auch zu Übertreibungen und Absurditäten führen, die man durchaus komödiantisch auf die Schippe nehmen kann.“ Gleichzeitig könne eine übertriebene politische Korrektheit einen ehrlichen Diskurs über heikle Themen auch erschweren.

