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Britisches Königshaus:Prinz Philip ist tot

"Mein Job ist es, die Queen nie im Stich zu lassen": 73 Jahre war er mit der britischen Königin verheiratet. Zwei Monate vor seinem 100. Geburtstag ist der Duke of Edinburgh friedlich auf Schloss Windsor gestorben.

Prinz Philip, Ehemann der britischen Königin Elizabeth II., ist tot. Der Duke of Edinburgh sei am Freitagmorgen friedlich auf Schloss Windsor gestorben, teilte der Buckingham-Palast in London mit. Philip war vor einigen Wochen in einer Spezialklinik am Herzen operiert worden und hatte mehrere Wochen im Krankenhaus verbracht. Mitte März entließ man ihn nach Hause, wo er nun im Alter von 99 Jahren starb.

Geboren wurde Philip auf der griechischen Insel Korfu. Am 10. Juni 1921 kam er nach vier Töchtern als der erste Sohn von Prinz Andreas von Griechenland und Dänemark und Prinzessin Alice von Battenberg zur Welt. Nur 18 Monate später musste die Familie wegen politischer Umwälzungen die Insel verlassen. Es heißt, Philip sei damals in einer Obstkiste in Sicherheit gebracht worden.

Als Philip die damalige Prinzessin 1934 erstmals traf, waren sie noch Kinder. Jahre später bekam er bei einem Besuch des britischen Königs am Royal Naval College die Aufgabe, sich um dessen Töchter zu kümmern. 1939 trat Philip in die britische Marine ein und absolvierte als Jahrgangsbester das Elite-College in Dartmouth. Im Zweiten Weltkrieg kämpfte er auf britischen Kriegsschiffen. Alles schien damals auf eine Karriere in der Royal Navy hinauszulaufen - hätte er nicht schon früh die künftige britische Königin kennengelernt.

Zwei Millionen Menschen verfolgten die Hochzeit im Radio

1947 hielt Prinz Philip von Griechenland und Dänemark um Prinzessin Elizabeths Hand an. Es kam noch im selben Jahr zu einer "Hochzeit, die das Volk beglückt", wie etwa die Yorkshire Post damals titelte. 2000 Gäste waren in die Westminster Abbey geladen, zwei Millionen verfolgten die Zeremonie im Radio.

Philip gab mit der Hochzeit seine griechische Staatsbürgerschaft und die zugehörigen Adelstitel auf. Dennoch äußerte sich der Duke of Edinburgh, wie er sich nach der Hochzeit nennen durfte, von ein paar Ausnahmen abgesehen, eher gelassen über seine Position in der zweiten Reihe. "Mein Job ist es, die Queen nie im Stich zu lassen", lautete eines seiner bekanntesten Zitate.

"Er ist, einfach gesagt, immer meine Stärke und mein Halt in all diesen Jahren gewesen", sagte die Queen im Jahr 2016 über ihren Ehemann. Am 10. Juni wäre der Mann, der bei öffentlichen Anlässen stets zwei Schritte hinter seiner Frau, der britischen Königin, stand, 100 Jahre alt geworden.

"Wir Deutsche trauern um eine gewinnende Persönlichkeit"

Zahlreiche Regierungs- und Staatschefs aus aller Welt kondolierten am Freitag: Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier etwa würdigte Philip als Versöhner von Großbritannien und Deutschland. "Wir Deutsche trauern um eine gewinnende Persönlichkeit, die einen wichtigen Beitrag zur Versöhnung unserer Nationen nach den Schrecken des Zweiten Weltkrieges geleistet hat", teilte das deutsche Staatsoberhaupt mit. "Als Angehöriger der Royal Navy kämpfte Prinz Philip für die Befreiung Europas vom nationalsozialistischen Terror. Sein Einsatz für Demokratie und Freiheit wird uns in Erinnerung bleiben." Er selber, so Steinmeier, habe Philips "scharfsinnigen Humor" bei Begegnungen in London und Berlin "persönlich mit großem Vergnügen" erleben dürfen.

EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen zeigte sich betrübt über den Tod. "Ich bin traurig, von dem Tod seiner königlichen Hoheit Prinz Philip zu hören", schrieb die CDU-Politikerin auf Twitter. "An diesem sehr traurigen Tag" wolle sie der britischen Königin, der königlichen Familie und dem britischen Volk ihr aufrichtiges Mitgefühl aussprechen.

Die neuseeländische Ministerpräsidentin Jacinda Ardern übermittelte der britischen Königsfamilie die Trauer und das Beileid des Pazifikstaats. Australiens Premier sendete dem britischen Königshaus "Liebe und Beileid". "Prinz Philip ist über viele Jahre ein guter Freund unserer Familie gewesen, eine Freundschaft, die wir sehr geschätzt haben", erklärte Schwedens König Carl XVI. Gustaf in einer Stellungnahme. Philips Einsatz für sein Land sei ein Vorbild für alle.

© SZ/olkl/feko
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