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Prinz Philip:Harry und William laufen bei der Beerdigung getrennt

Prinz Philip mit seinen Enkeln Harry und William beim Finale der Rugby-WM 2015

Prinz Philip mit seinen Enkeln Harry (links) und William beim Finale der Rugby-WM im Jahr 2015. Britische Medien spekulieren, ob die Brüder sich im Zuge der Trauerfeier versöhnen könnten.

(Foto: Alastair Grant/AP)

Der Palast gibt Details der Trauerfeier bekannt. Die beiden Prinzen bekommen für die Prozession einen Abstandshalter zwischen sich: ihren Cousin Peter Phillips.

Das britische Königshaus hat Einzelheiten zum Ablauf der Beerdigung von Prinz Philip am Samstag veröffentlicht. Königin Elizabeth II., 94, wird bei dem Gottesdienst aufgrund der Corona-Beschränkungen wohl alleine in der St George's Chapel auf Schloss Windsor Platz nehmen. Bei einem Leichenzug im Schlosshof, dessen Dauer auf acht Minuten veranschlagt ist, werden unter anderem die Kinder und Enkelkinder Philips dem Prinzgemahl das letzte Geleit geben, angeführt wird der Zug von Thronfolger Prinz Charles und seiner Frau Camilla. Der Sarg wird dabei auf einem eigens umgebauten Land Rover transportiert. Die Queen selbst nimmt nicht an der Prozession teil, sondern wird in Begleitung einer Hofdame mit dem Bentley zur Kapelle gefahren.

Philip war am Freitag vor einer Woche im Alter von 99 Jahren gestorben. Die Trauerfeier wird live im Fernsehen (in Deutschland von RTL) übertragen. Wegen der Coronavirus-Pandemie findet sie komplett hinter den Schlossmauern statt, die Zahl der Gäste ist auf 30 begrenzt. Der Bürgermeister von Windsor hatte schon vor einigen Tagen die Briten aufgerufen, doch bitte zu Hause zu trauern und nicht nach Windsor zu fahren.

Die Prinzen Harry und William werden nicht Seite an Seite hinter dem Sarg ihres Großvaters hergehen, zwischen ihnen wird ihr Cousin Peter Phillips schreiten, der Sohn der Queen-Tochter Prinzessin Anne. Damit, so spekulierten britische Medien, wollte die Königin wohl vermeiden, dass Spannungen zwischen den Brüdern sichtbar werden. "Die Gestaltung der Trauerfeier entspricht den Wünschen Ihrer Majestät", sagte ein Sprecher des Palasts. Die Queen habe allen Details ausdrücklich zugestimmt.

Meghan ist in den USA geblieben

Harry liegt mit dem Rest der Familie im Clinch. Er hatte sich gemeinsam mit seiner Frau Meghan vor etwas mehr als einem Jahr vom engeren Kreis der Royals losgesagt und war nach Kalifornien umgezogen. Vor allem ein TV-Interview des Paares vor wenigen Wochen, in dem sie sich im Gespräch mit US-Moderatorin Oprah Winfrey über mangelnde Unterstützung und sogar rassistische Äußerungen innerhalb der Familie beschwerten, hatte für Unmut im Palast gesorgt. Meghan, die mit dem zweiten Kind des Paares schwanger ist, ist auf Anraten ihres Arztes nicht mit nach Großbritannien geflogen. Prinz Harry zog sich nach seiner Ankunft zur Selbstisolation in sein altes Zuhause zurück, das Frogmore Cottage im Park von Schloss Windsor.

Auch die Kleiderordnung auf dem Begräbnis ist, so mutmaßen britische Medien, durch den Familienstreit beeinflusst. Die Queen entschied sich dafür, keine Uniformen bei der Trauerfeier zuzulassen. Harry wäre sonst der einzige Royal aus dem engeren Familienkreis in Zivilkleidung gewesen. Zusammen mit seinen königlichen Pflichten musste er auch seine militärischen Titel abgeben, obwohl er zu zwei Auslandseinsätzen in Afghanistan war. Die Männer sollen demnach einen sogenannten Morning Coat oder Cutaway tragen, das Gegenstück zum Frack, der nur für abendliche Anlässe vorgesehen ist.

Es wird mit Spannung erwartet, ob das Wiedersehen bei der Trauerfeier zu einer Annäherung zwischen den beiden Brüdern führen kann. Spekuliert wurde bereits, ob Williams Frau Herzogin Kate dabei eine Vermittlerrolle spielen kann. Für sie wird es die erste royale Beerdigung sein.

Ärger über Prinz Andrew

Auch Prinz Andrew, zweitältester Sohn von Elizabeth II. und Prinz Philip, hätte womöglich in Uniform für negative Schlagzeilen gesorgt. Er wollte angeblich als Admiral auftreten, berichteten britische Medien. Den Ehrentitel, der ihm ursprünglich zum 60. Geburtstag im vergangenen Jahr verliehen werden sollte, hatte er wegen Vorwürfen über eine Verwicklung in den Epstein-Missbrauchsskandal abgelehnt und sich aus der Öffentlichkeit zurückgezogen, doch nun ist er erstmals wieder in Erscheinung getreten. Als er am vergangenen Wochenende mit Reportern über den Tod seines Vaters sprach, zog das prompt etliche Beschwerden von Zuschauern bei der BBC nach sich. Seine Exfrau Sarah Ferguson ist nicht zu der Trauerfeier eingeladen, Prinz Philip hatte sich nach der Scheidung mit ihr überworfen.

Unter den nur 30 Trauergästen - eigentlich waren 800 vorgesehen - sind auch drei deutsche Verwandte Philips. Mit Bernhard Prinz von Baden, Heinrich Donatus Prinz von Hessen und Philipp Prinz zu Hohenlohe-Langenburg war der Herzog von Edinburgh, wie Philip in Großbritannien meist genannt wurde, über seine Schwestern verwandt. Die Verbindung Philips nach Deutschland wurde wegen des Zweiten Weltkriegs lange Zeit in Großbritannien heruntergespielt. Seine Schwestern waren nicht einmal zur Hochzeit mit Elizabeth im Jahr 1947 eingeladen.

Auf diesem Land Rover soll Philips Sarg zur Kapelle gefahren werden.

(Foto: Steve Parsons/AP)

In der Kapelle müssen die Gäste mit einem Zwei-Meter-Sicherheitsabstand zu anderen Haushalten sitzen und zudem Masken tragen. Eine Sitzordnung wurde noch nicht veröffentlicht, aber es gilt als wahrscheinlich, dass die Queen alleine Platz nimmt. Auf Gemeindegesang wird wegen der Corona-Ansteckungsgefahr verzichtet, es tritt ein Chor mit lediglich vier Mitgliedern auf, weit genug entfernt von den Trauergästen. Die Musik für seine Beerdigung hatte Philip vor seinem Tod selbst ausgesucht, die Stücke wurden eigens für die Minimalbesetzung des Chores umarrangiert. Außerdem wird die musikalische Untermalung durch Vertreter der Royal Navy eine zentrale Rolle spielen.

Um die Sicherheit der Gäste zu gewährleisten, durchleuchteten Spezialeinheiten der Polizei in Windsor Mülleimer, Briefkästen und Telefonzellen auf der Suche nach verdächtigen Gegenständen.

© SZ/dpa/nas
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