Süddeutsche Zeitung

Missbrauchsverdacht:Anwälte von Prinz Andrew akzeptieren Eingang einer Zivilklage

Die Verteidiger hatten zuvor mit allen Mitteln versucht, eine Zustellung der Papiere zu stoppen. Sie wollten so einen Prozess wegen sexuellen Missbrauchs gegen den Sohn der Queen verhindern.

Der Streit um die Zustellung einer Zivilklage gegen Prinz Andrew, 61, wegen sexuellen Missbrauchs ist beendet. Die US-Anwälte des zweitältesten Sohns von Queen Elizabeth II. bestätigten in der Nacht zum Samstag den Eingang der Gerichtsdokumente. Zuvor hatten sie mit allen Mitteln versucht, zu verhindern, dass die Papiere zugestellt werden. Wie britische Medien berichteten, haben Andrews Anwälte im Gegenzug für die Eingangsbestätigung nun bis Ende Oktober und damit rund zwei Wochen länger Zeit, um auf die Schadenersatzklage zu antworten.

Die US-Amerikanerin Virginia Giuffre wirft dem Royal vor, sie vor gut 20 Jahren als 17-Jährige mehrmals sexuell missbraucht zu haben. Der Neunte der britischen Thronfolge streitet die Anschuldigungen strikt ab. Der Fall ist verbunden mit dem Missbrauchsskandal um den mittlerweile gestorbenen US-Unternehmer Jeffrey Epstein. Andrew war mehrfach Übernachtungsgast bei diesem. Dieser soll gemeinsam mit seiner Ex-Partnerin Ghislaine Maxwell jahrelang Dutzende Mädchen und junge Frauen in seine Abhängigkeit gebracht und sexuell missbraucht sowie anderen Männern zugeführt haben.

Die Frage, ob dem Prinzen die Dokumente korrekt zugestellt wurden, verzögert bisher den Prozessbeginn in den USA. Andrew hält sich britischen Medien zufolge in der schottischen Residenz seiner Mutter auf, damit er nicht an seiner Meldeadresse zu erreichen ist.

Nach Darstellung von Giuffres Anwälten hatte ein Wachpolizist vor Andrews Anwesen in Windsor die Dokumente im zweiten Anlauf entgegengenommen. Außerdem seien sie per Post geschickt worden. Andrews Verteidiger bezweifeln die Rechtmäßigkeit. Der Londoner High Court bestätigte mit Bezug auf ein internationales Abkommen, er werde Andrew über die Klage informieren. Fast gleichzeitig ordnete der zuständige Richter in New York an, die Dokumente könnten auch an Andrews Anwalt in Los Angeles übermittelt werden.

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SZ/dpa/hij/pram
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