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Potsdam:Polizei will Mord an Elias rekonstruieren

Trauer am LaGeSo

Trauer in Berlin: Kerzen, Blumen, Stofftiere und Bilder erinnern an Elias und Mohamed.

(Foto: dpa)
  • Der 32-Jährige aus Brandenburg, der vergangene Woche gestanden hat, die beiden Jungen Mohamed und Elias getötet zu haben, schweigt beharrlich.
  • Die Polizei versucht nun zu rekonstruieren, wie der sechsjährige Elias zu Tode kam.
  • Mohameds Familie will den getöteten Flüchtlingsjungen möglichst schnell nach islamischem Ritus in Berlin beerdigen.

Leiche von Mohamed freigegeben

Die Familie des getöteten Flüchtlingsjungen Mohamed möchte dessen Leiche so schnell wie möglich bestatten. Der vier Jahre alte Junge soll nach islamischem Ritus in Berlin beerdigt werden, sagte der Berliner SPD-Abgeordnete Ilkin Özışık auf einer Pressekonferenz. Die Leiche sei am Montag freigegeben worden, berichtete der Anwalt der Familie. Das Geld für die Bestattung sei bereits durch Spenden gesammelt worden.

Özışık forderte ein Bleiberecht für die seit mehr als einem Jahr in Berlin lebende Familie des Jungen aus Bosnien-Herzegowina. "Wir brauchen einen Aufenthaltsstatus, unbedingt." Die Mutter werde nur noch einen Monat geduldet. Sie wolle im Prozess gegen den mutmaßlichen Mörder als Nebenklägerin auftreten.

Tatverdächtiger schweigt

Derweil schweigt der Mann, der Mohamed und den sechs Jahre alten Elias getötet haben soll. "Bislang haben wir keine weitere Aussage des Mannes", sagte der Sprecher der Potsdamer Staatsanwaltschaft. Im Vordergrund stehe nun die Rekonstruktion des Mordes an Elias. "Wir benötigen die detaillierten Erkenntnisse der Rechtsmedizin, wie der Junge zu Tode gekommen ist." Erst dann könne ein erweiterter Haftbefehl gegen den 32-Jährigen beantragt werden.

Elias war am 8. Juli in der Nähe der elterlichen Wohnung in Potsdam verschwunden. Mohamed wurde am 1. Oktober an der zentralen Anlaufstelle für Flüchtlinge in Berlin-Moabit entführt.

Zusammenhang mit anderen Fällen wird überprüft

Die Stadt Potsdam plant am Dienstag eine Trauerveranstaltung. Der mutmaßliche Doppelmörder, der nach seiner Festnahme am vergangenen Donnerstag beide Taten gestanden hatte, soll in die Haftanstalt Brandenburg/Havel überführt werden.

Die Ermittler in Berlin überprüfen nun in allen Fällen von vermissten Kindern, ob es Zusammenhänge mit dem mutmaßlichen Mörder von Mohamed und Elias geben könnte. Dafür stehen auch die Ermittler der seit sechs Monaten vermissten Inga aus Sachsen-Anhalt im Kontakt zu den Fahndern in Berlin und Brandenburg. Es gebe aber keinen Hinweis auf einen Zusammenhang, teilte die Polizei in Magdeburg am Montag mit. Inga war Anfang Mai im Alter von fünf Jahren in einem Wald bei Stendal verschwunden.

© SZ.de/dpa/afis/dd

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