Postkarte von Adolf Hitler aufgetaucht Im Besitz des Kreissparkassenleiters von Dingolfing

Stolz präsentiert das bislang unbekannte Dokument das Projekt Europeana, eine virtuelle Bibliothek, die das kulturelle Erbe des Kontinents der breiten Öffentlichkeit zugänglich machen soll.

Adolf Hitler als Redner auf dem Reichsparteitag 1937.

(Foto: Scherl / SZ Photo)

2014 jährt sich der Ausbruch des Ersten Weltkrieges zum hundertsten Mal, deshalb veranstaltet die Europeana nun Aktionstage, um Zeitzeugen und deren Nachkommen zu motivieren, Erinnerungen zu schildern und Erinnerungsstücke zu zeigen. Beim Aktionstag in München, in der Bayerischen Staatsbibliothek, kam auch die Hitler-Postkarte zum Vorschein.

Auf der Rückseite ist Gemäuer zu sehen: ein Teil der Nürnberger Burg. Nürnberg sollte eine zentrale Rolle im Nationalsozialismus spielen. Hier fanden mit großem Pomp die Reichsparteitage statt, hier wurden die schändlichen Rassegesetze zelebriert, die zur juristischen Grundlage der Entrechtung, Verfolgung und schließlich zum millionenfachen Mord jüdischer Menschen führten.

1916 gefiel Nürnberg dem 27 Jahre alten Hitler schon aus einem anderen Grund: Es ist der Schauplatz von Richard Wagners "Meistersingern" - einer von Hitlers Lieblingsopern.

Der Empfänger starb schon 1918

Hitlers Weg verlief nach dem Abfassen der Karte zunächst so wie bei Tausenden Soldaten: Er kehrte im März 1917 wieder zu seinem 16. Reserve Infanterie Regiment als Meldegänger zurück. Nach dem Kriegsende ging der Habenichts nach München und engagierte sich in der gerade gegründeten Deutschen Arbeiter Partei (DAP).

1920 übernahm Hitler die Kleinstpartei und modelte sie um: Aus dem Gefreiten wurde der "Führer", aus der DAP die Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei und das Hakenkreuz zu ihrem Symbol.

Aber wie blieb die Karte der Nachwelt erhalten? Karl Lanzhammer ging 1917 zur Fliegerschule nach Schleißheim und starb am 15. März 1918 bei einem Trainingsflug in Feldmoching. Er stammte aus dem niederbayerischen Dingolfing und wurde auch dort bestattet. Wahrscheinlich sei die Postkarte aus seinem Nachlass in den Besitz des dortigen Kreissparkassenleiters gekommen, der sie dann verschenkte, heißt es bei Europeana.

Die Befreiung von Auschwitz

Das Ende des Holocaust