Portugal Busunfall auf Madeira

Viele Deutsche sind unter den Opfern, befürchten Behörden. Ein Touristenbus hat sich am Mittwochabend überschlagen.

Der Osterurlaub unter südlicher Sonne ist für fast 30 Menschen auf Madeira tödlich geendet. Bei einem schweren Busunglück auf der portugiesischen Ferieninsel Madeira sind am frühen Mittwochabend mindestens 28 Menschen ums Leben gekommen. Bei den Opfern - 17 Frauen und 11 Männer - soll es sich um deutsche Touristen handeln. Das sagte der zuständige Bürgermeister Filipe Sousa dem portugiesischen Nachrichtensender RTP3. Das Auswärtige Amt teilte am späten Mittwochabend auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur nur mit, dass "möglicherweise" auch Deutsche unter den Opfern seien. Die Bundesregierung reagierte bestürzt auf das Busunglück. "Entsetzliche Nachrichten erreichen uns aus Madeira", twitterte Regierungssprecher Steffen Seibert am späten Mittwochabend. "Unsere tiefe Trauer gilt all denen, die in dem verunglückten Bus ihr Leben verloren haben, unsere Gedanken sind bei den Verletzten." Der Fahrer und der Reiseleiter, beides Portugiesen, sollen verletzt überlebt haben. Mehrere weitere Urlauber seien in ein Krankenhaus in der Hauptstadt Funchal gebracht worden, berichtete die Nachrichtenagentur Lusa.

Das Unglück ereignete sich dem örtlichen Zivilschutz zufolge gegen 18.30 Uhr in der östlich von Funchal gelegenen Gemeinde Caniço. Der Fahrer hatte offenbar in einer Kurve die Kontrolle über den Bus verloren, der daraufhin eine Böschung hinunter auf ein Haus stürzte. Zahlreiche Rettungswagen waren im Einsatz. Wie viele Menschen sich in dem Touristenbus befanden, war noch unklar. Zum Zeitpunkt des Unglücks waren die Wetterbedingungen gut und auch die Sonne war noch nicht untergegangen.

Die "Blumeninsel" Madeira liegt etwa 950 Kilometer südwestlich von Lissabon im Atlantik und ist vor allem bei deutschen Urlaubern sehr beliebt. Madeira hat etwa 260 000 Einwohner. Seit der Eröffnung des Santa Catarina Flughafens 1963 kommen die meisten Urlauber mit dem Flugzeug, und die Touristenzahlen steigen jedes Jahr. Den Hauptanteil bilden heute Briten und Deutsche.