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Popstar Madonna in Malawi:Die gute Tat, die für Ärger sorgt

Ihr Engagement in Malawi nimmt Madonna ernst - zu ernst für eine Gruppe Dorfbewohner, die jetzt wegen einer neuen Schule umgesiedelt wird.

Unerwünschtes Engagement: Wegen des von Popstar Madonna geplanten Baus einer Mädchenschule will die Regierung von Malawi eine Gruppe Dorfbewohner umsiedeln. Die Menschen weigern sich jedoch, ihre Häuser am Rand der Hauptstadt Lilongwe aufzugeben.

Popstar Madonna 2009 in Malawi: Ihr Schulprojekt in dem bettelarmen Land sorgt jetzt für Arger.

(Foto: Foto: Reuters)

Bezirkskommissar Charles Kalemba erklärte 200 Dorfbewohnern am Donnerstag, das Land, das ursprünglich der Regierung gehörte, sei Madonna übertragen worden. Den Betroffenen wurden Ersatzgrundstücke angeboten.

Die künftige Direktorin der Schule sagte, die Sängerin habe den Dorfbewohnern mehr als 16 Millionen Kwacha (84.000 Euro) Entschädigung gezahlt. Dorfvorsteher Binson Chinkhota forderte die Menschen zur Umsiedlung auf. Ihre Kinder würden von der Schule profitieren, sagte er.

Madonna hatte im vergangenen Herbst den ersten Spatenstich für die neue Schule vorgenommen. Die Schule soll in zwei Jahren fertig sein und Bildungsmöglichkeiten für 500 Mädchen aus sehr armen Verhältnissen bieten.

Es ist nicht das erste Mal, dass Madonna in Malaiw für Ärger sorgt: Die Sängerin adoptierte 2006 und 2009 einen Jungen und ein Mädchen aus dem südostafrikanischen Land. Kinderschutzorganisationen, aber auch Angehörige der beiden Kinder kritisierten ihr Vorgehen scharf und warfen ihr vor, bestehende Gesetze umgangen und sich rücksichtslos gegen die Familien von David und Mercy durchgesetzt zu haben.

© sueddeutsche.de/dpa/AFP/aho
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