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Polizeigewalt in den USA:Anklage gegen Polizistin nach tödlichen Schüssen auf Schwarzen

  • Vor einer Woche starb in Tulsa, im Bundesstaat Oklahoma, der 40-jährige Terence Crutcher durch eine Polizeikugel.
  • Eine Beamtin hatte auf den Mann geschossen, obwohl er unbewaffnet war. Ein Video zeigt den Vorgang.
  • Die Staatsanwaltschaft hat einen Haftbefehl erlassen.
  • In Charlotte sind Hunderte Menschen die dritte Nacht in Folge auf die Straße gegangen, um gegen Polizeigewalt zu demonstrieren

Nach den tödlichen Schüssen auf einen unbewaffneten Schwarzen im US-Bundesstaat Oklahoma wird eine Polizistin des Totschlags beschuldigt. Gegen die Beamtin sei ein Haftbefehl erlassen worden, erklärte Staatsanwalt Steve Kunzweiler. Betty Shelby wird vorgeworfen, am vergangenen Freitag auf einer Straße in Tulsa den 40-jährigen Schwarzen Terence Crutcher erschossen zu haben.

Der Vorfall war von Polizeikameras aufgezeichnet worden. Auf den Bildern ist zu sehen, wie der Mann mit erhobenen Händen an seinem Auto lehnt - es sieht so aus, als kooperiere er mit den Beamten. Dann trifft ihn der Schuss einer Polizistin, er stürzt zu Boden, woraufhin ein weiterer Polizist eine Betäubungswaffe abfeuert. Laut Ermittlungsunterlagen gab die Polizeibeamtin an, sie habe sich von Crutcher bedroht gefühlt - obwohl dieser keine Waffe trug und sich auch in seinem Auto keine Waffe befand.

Schwere Auseinandersetzungen wegen Polizeigewalt

Wenige Tage nach dem Vorfall in Tulsa war in Charlotte im Bundesstaat North Carolina ein weiterer Schwarzer von Polizisten erschossen worden. Nach Polizeiangaben trug der 43-jährige Keith Lamont Scott eine Handfeuerwaffe und stellte eine Bedrohung dar. Nach Angaben seiner Familie und Nachbarn trug Scott ein Buch - keine Waffe - und wartete auf den Schulbus, um seinen kleinen Sohn abzuholen. Die Angehörigen fordern die Veröffentlichung des Videos, das den Vorfall zeigt.

Der Tod von Keith Lamont Scott löste in Charlotte Proteste mit gewaltsamen Zusammenstößen zwischen Demonstranten und der Polizei aus. Hunderte Menschen sind die dritte Nacht in Folge auf die Straße gegangen - trotz einer Ausgangssperre.

In den USA gibt es seit Monaten schwere Auseinandersetzungen wegen Polizeigewalt. Mehrere Vorfälle, bei denen Polizisten unbewaffnete Schwarze töteten, lösten landesweite Proteste aus. In diesem Jahr erschossen US-Polizisten nach Angaben der Washington Post bereits 706 Menschen, unter ihnen 163 Schwarze.

© SZ.de/afp/anri/lalse
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