SZ-Kolumne "Bester Dinge":Gesucht: Der Top Cop

Wien 21 08 2017 Donau Wien AUT AUT Internationale TerrorUebung mit Szenario Geisellage mit akut
(Foto: imago/Eibner Europa)

In Wien wird wieder die Polizistin beziehungsweise der Polizist des Jahres gewählt. Wann ist es in Deutschland endlich auch so weit?

Von Martin Zips

Im vierten Wiener Gemeindebezirk haben sie dieser Tage ein Graffiti-Problem. 60 Schmierereien in nur zwei Wochen! Allein der Wiener Polizei ist es zu verdanken, dass jetzt ein Tatverdächtiger festgenommen werden konnte. Wie Österreichs Medien berichten, handelt es sich um einen "18-jährigen Deutschen".

Derzeit findet in Wien wieder die Wahl zum "Polizisten des Jahres" statt. Noch bis zum 6. August kann man auf der Internetseite einer erfolgreichen Boulevard-Zeitung darüber abstimmen, welcher der sechs Kandidaten (fünf Polizisten und eine Polizistin) "die begehrte Glastrophäe abräumen" darf. Zur Wahl steht etwa der "durchtrainierte Uniformierte" C., der "inmitten der Radaunacht zu Silvester" fünf oder sechs "Straffällige" in einem Hauseingang stellte. Diese hätten, so wird berichtet, "einen granatenähnlichen Knallkörper" gezündet. Bei der Beamtin K. wiederum soll es sich um ein "kriminalistisches Multitalent" handeln, "ideenreich, hartnäckig, umsichtig und unermüdlich". Und dann wäre da noch Inspektor T., der einen mutmaßlichen Bombenzünder "in der Bim" überwältigte. Später habe sich dieser als "Betrunkener" entpuppt, "der einen verpackten Drucker festhielt".

Leider ist unter den Kandidaten und Kandidatinnen heuer niemand, der im Bereich "Graffiti" besondere Verdienste vorzuweisen hätte. Aber das wird schon noch, bei der nächsten Wiener Wahl. Wäre es nicht endlich mal an der Zeit, auch bei uns in Deutschland eine solche Auszeichnung zu schaffen? "Ordnungshüterin des Jahres"? Freilich: Man hätte schon etwas Angst, nach welchen Kriterien das hierzulande entschieden würde. Denn unter "Ordnung" versteht zwischen Schwerin und Oberaudorf ja wirklich jeder etwas völlig anderes.

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© SZ/afis
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