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Polizei - Schwerin:Gewerkschaft fordert Studie zu Frustration in der Polizei

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Schwerin (dpa/mv) - Nach rechtsextremen Vorfällen in der deutschen Polizei hat die Gewerkschaft der Polizei in Mecklenburg-Vorpommern Forderungen nach einer Studie zurückgewiesen und stattdessen eine Untersuchung zu Arbeitsbelastung und Frustration von Beamten verlangt. Es gebe Rassismus und Rechtsextreme in der Polizei, aber das sei kein Strukturproblem, betonte der Landesvorsitzende Christian Schumacher am Dienstag. "Hunderttausende Polizistinnen und Polizisten Deutschland leisten tagtäglich einen hervorragenden Dienst!"

Nach den Ursachen der Vorfälle müsse konsequent geforscht werden. Schumacher forderte eine Untersuchung zu den Belastungen durch Polizeiarbeit sowie deren Auswirkungen auf Frustration und Zufriedenheit. So könne eine "rechtsstaatliche Fehlerkultur" gestärkt und rechtswidriges Verhalten verhindert werden.

"Jeder weiß, der Polizeidienst ist sehr belastend. Die Bearbeitung von Gewalt- oder Tötungsdelikten, Kinderpornografie, Drogenkriminalität und die zunehmende Gewalt gegen Polizeibeschäftigte hinterlassen ihre Spuren", so der Gewerkschafter. Oft seien es wiederkehrende Probleme und wiederkehrende Täter. Hinzu kämen seit Jahren personelle Unterbesetzung, Überbelastung und fehlende Wertschätzung durch Politik und Gesellschaft.

In Mecklenburg-Vorpommern gibt es rund 6000 Polizisten. Derzeit stehen 18 Mitarbeiter im Verdacht, sich in privaten Chats rechtsextrem geäußert oder rechtsextreme Inhalte geteilt zu haben. Fälle gibt es auch in anderen Landespolizeien, etwa in Nordrhein-Westfalen. Laut Innenministerium gibt es nach derzeitigem Kenntnisstand keinen Zusammenhang.

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