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Polen:Auftakt im Prozess um gestohlene Särge

Für die Angehörigen ein Albtraum, für die Diebe eine Überraschung: Beim Diebstahl eines Transporters verschwanden im Oktober Särge mit zwölf Leichen aus Berlin. Nun hat der Prozess gegen die mutmaßlichen Diebe in Polen begonnen.

Große Aufregung im Oktober des vergangenen Jahres: Deutsche, polnische und litauische Polizisten fahndeten tagelang nach einem gestohlenen Fahrzeug. Der Grund? Die Ladung des Transporters: Zwölf Särge mit zwölf Leichen darin.

Wenig später wurden diese schließlich in Polen entdeckt. Die mutmaßlichen Täter, so wurde jetzt bei Prozessbeginn in Posen deutlich, waren geschockt, als sie erkannten, welche Ladung sich in dem gestohlenen Fahrzeug befand.

Die drei einschlägig vorbestraften Angeklagten aus Polen sagten, sie hätten mit dem eigentlichen Diebstahl nichts zu tun gehabt. Sie seien vielmehr nur für den Transport des Fahrzeugs angeheuert worden.

Einer der nun angeklagten Männer hatte bei der Polizei ausgesagt, von dem Auftraggeber erfahren zu haben, dass es wegen der Särge "Probleme" gebe. Der Auftraggeber habe wenig später die Anordnung gegeben, "die Leichen loszuwerden und das Fahrzeug zu verbrennen", zitierte der Nachrichtensender TVN24 die Aussagen der Angeklagten.

Auftraggeber weiter auf der Flucht

Doch: Die Autodiebe hielten sich nicht an die Anweisung und luden die Särge in einem Waldgebiet bei Krolikow in der Nähe von Posen ab. Dort wurden sie knapp eine Woche nach dem Diebstahl gefunden. Unversehrt: Die Gerichtsmedizin bestätigte nach einer Untersuchung, dass niemand die Särge geöffnet hatte.

Nach dem mutmaßlichen Drahtzieher fahndet die Polizei noch immer per internationalem Haftbefehl.