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Philippinen: Opfer fotografiert seinen Mörder:Der letzte Augenblick

Glückliche Familie mit Mörder im Hintergrund: Auf den Philippinen knipst ein Politiker seinen Killer - unmittelbar bevor der ihn erschießt. So hilft das Opfer in den letzten Sekunden seines Lebens mit, die Tat aufzuklären.

Er blickte seinem Mörder nicht nur ins Auge, er hielt den Augenblick sogar auf einem Foto fest. Wohl durch Zufall hat ein philippinischer Politiker einen Kriminellen fotografiert, der ihn nur Sekunden später erschoss. Möglicherweise hat er damit entscheidend zur Aufklärung seines eigenen Todes beigetragen.

Mord Manila Foto dpa

Der Täter (links im Hintergrund) richtet die Waffe auf den Fotografen, den Lokalpolitiker Reynaldo Dagsa. Unmittelbar danach erschießt er ihn. Rechts hinten ist ein angeblicher Komplize zu sehen.

(Foto: dpa)

Das Bild entstand an Neujahr und ist eigentlich ein normaler Familienschnappschuss: Zwei Frauen und ein Mädchen lächeln neben einem Auto in die Kamera. Doch hinter der Familie des Fotografen ist ein Mann mit einer Waffe zu sehen. Er richtet sie in Richtung der Kamera - auf den Lokalpolitiker Reynaldo Dagsa, den er unmittelbar danach erschießen wird.

Der Täter entkommt, aber die Angehörigen entdecken das Bild, als sie die Schnappschüsse durchsahen. Sie geben das Foto an die Polizei weiter. Bereits am Montag ist die Polizei erfolgreich : Ein Verdächtiger wird festgenommen. Das Foto erscheint am Dienstag auch auf der Titelseite der philippinischen Zeitung Daily Inquirer.

Bei dem auf dem Bild identifizierten Mann soll es sich um einen mutmaßlichen Autodieb handeln. Nach Angaben der Polizei kam er gegen Kaution frei und wollte Rache an dem Dagsa nehmen, der seine Festnahme im vergangenen Jahr angeordnet hatte.

© dapd/dpa/jab/olkl
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