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Perpignan:Regionalzug in Südfrankreich prallt auf Schulbus - fünf Tote

Schulbus-Unfall in Frankreich

Rettungskräfte arbeiten am 14.12.2017 bei Millas in der Nähe von Perpignan (Frankreich) an der Unfallstelle.

(Foto: dpa)
  • Nahe der südfranzösischen Stadt Perpignan ist ein Regionalzug mit einem Schulbus kollidiert, in dem 13- bis 17-Jährige saßen.
  • Bei dem Unglück wurden mindestens vier Jugendliche getötet, 24 weitere Menschen wurden offenbar verletzt.
  • Mehrere Regierungsvertreter kündigten an, sich zur Unfallstelle zu begeben.

In Südfrankreich ist ein Regionalzug mit einem Schulbus zusammengestoßen. Bei dem Zugunglück nahe der Stadt Perpignan sind offenbar mindestens fünf Jugendliche ums Leben gekommen. Zuvor war die Polizei von vier, dann von sechs Toten ausgegangen. Nach Angaben der örtlichen Präfektur sind 18 Menschen verletzt - mehrere von ihnen schweben noch in Lebensgefahr. In dem Bus sollen Schülerinnen und Schüler im Alter von 13 bis 17 Jahren gesessen haben. Sie wurden in umliegende Krankenhäuser gebracht.

Der Zusammenstoß zwischen Zug und Bus ereignete sich an einem Bahnübergang im Ort Millas westlich von Perpignan. Offenbar erfasste der Zug den Schulbus am Heck. Auf Fotos vom Unfallort, die ein örtlicher Fernsehsender über Twitter veröffentlichte, waren der entgleiste Zug und der zerteilte Bus zu sehen. Wie es zu dem Unglück kommen konnte, ist noch unklar. Die Ermittler suchen unter Hochdruck nach den Ursachen, teilte die Polizei mit. Sie schließt menschliches Versagen nicht aus, die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen fahrlässiger Tötung.

Der Präfekt des Départements Pyrénées-Orientales, Philippe Vignes, erklärte, der Unfall sei "ein sehr ernstes Ereignis von nationaler Bedeutung". Er habe den Notfallplan aktiviert. Auch 70 Feuerwehrleute, zehn Rettungswagen und vier Hubschrauber waren an dem Ort nahe der Grenze zu Spanien mit Rettungsarbeiten beschäftigt. Der Bürgermeister einer Nachbargemeinde, Robert Olive, sprach von einem "Anblick des Horrors". "Der Bus wurde von dem Zug in zwei Teile zerschnitten", sagte er. Ob es sich um einen technischen Fehler der Signalanlage oder menschliches Versagen handelt, ist bisher unklar. Die 48 Jahre alte Fahrerin des Schulbusses wurde bei dem Unfall ebenfalls schwer verletzt.

Die Verkehrsministerin Elisabeth Borne sowie Regierungschef Edouard Philippe und Vertreter der französischen Bahngesellschaft SNCF kündigten an, sich zum Unfallort zu begeben.

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron twitterte, er sei in Gedanken bei "den Opfern dieses schrecklichen Unfalls und ihren Familien. Die Regierung ist vollständig mobilisiert, um ihnen Nothilfe zu geben."

© SZ.de/dpa/afp/ap/ees/spes
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