SZ-Kolumne "Bester Dinge":Der perfekte Finder

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Ein Krabbenfischer aus der thailändischen Provinz hat in seinem Mittagessen eine Perle gefunden. Eine ziemlich wertvolle sogar.

Von Alexander Menden

In Roald Dahls "Charlie und die Schokoladenfabrik" versteckt ein exzentrischer Schokoladenfabrikant namens Willy Wonka fünf goldene Tickets in seinen Schokoladentafeln. Wer sie findet, darf seine Fabrik besuchen. Vier der Finder sind unausstehliche Gören. Der fünfte aber ist der elfjährige Charlie Bucket, ein netter Junge aus einer wenig begüterten Familie. Ihm gönnt man das goldene Ticket von ganzem Herzen. Wenn man es recht bedenkt, ist er sogar der perfekte Finder.

So ähnlich verhält es sich wohl auch mit Prasarnphon Phunwan, einem Krabbenfischer aus der thailändischen Provinz Prachuap Khiri Khan. Er hatte sich aus seinem Tagesfang ein paar Meeresfrüchte herausgesucht und daraus ein Mittagessen zubereitet. Glücklicherweise schnitt er das Fleisch klein, statt gleich hineinzubeißen, sonst hätte er womöglich seine Zähne beschädigt. Mit seinem Messer stieß er dann gegen etwas Hartes, das sich als eine orange-gelbe Perle entpuppte.

Prasarnphons Bruder konsultierte das Internet und fand heraus, dass es sich um die Perle einer Melonenschnecke handelte. Diese räuberischen Schnecken bilden nur sehr selten Perlen aus, und die begehrtesten haben den Farbton jener Perle, die Prasarnphon in seinem Lunch gefunden hatte. Sie wurde noch nicht gewogen, aber eine ähnliche Perle schätzten Experten zu Beginn dieses Jahres auf gut eine Viertelmillion Euro.

"Meine Familie fischt seit Generationen, aber ich glaube, unser Leben wird sich jetzt sehr verändern", sagt Prasarnphon Phunwan laut MSN News. "Und alles nur wegen eines Mittagessens." Im Vergleich zu Charlie Bucket kann er zudem den Bonus verbuchen, seinen wertvollen Fund nicht in einer Kalorienbombe gemacht zu haben, sondern in köstlichem, fangfrischem Seegetier.

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