Paul Allen stellt Raumfahrt-Projekt vor Microsoft-Mitbegründer will größtes Flugzeug der Welt bauen

Computerpionier Paul Allen hat in Seattle ein ehrgeiziges Projekt angekündigt, das die Raumfahrt revolutionieren könnte: Er plant das größte Flugzeug der Welt, von dem aus Raketen ins All starten sollen.

Die Computerwelt hat er schon entscheidend geprägt. Nun macht sich Microsoft-Mitbegründer Paul Allen auf, den Weltraum zu erobern: Der 58-Jährige plant den Bau des bisher größten Flugzeugs der Welt, von dem aus Satelliten oder auch Raumfahrzeuge gestartet werden können. Das verkündete der Unternehmer auf einer Pressekonferenz in Seattle im US-Bundesstaat Washington.

Mit fast sechzig startet Microsoft-Mitbegründer Paul Allen noch einmal durch: Der Unternehmer will das größte Flugzeug der Welt bauen und damit die Raumfahrt revolutionieren.

(Foto: AP)

Der Flieger soll so konstruiert werden, dass er während des Flugs mehrstufige Raketen auf den Weg schicken kann. Allen verspricht sich "größere Sicherheit, Kosteneffektivität und Flexibilität" beim Start von Raumfahrzeugen. Der erste Flug der Maschine, bei deren Bau Teile alter Boeing-747-Flugzeuge mitverwendet würden, sei innerhalb der kommenden fünf Jahre geplant. Der Abschuss der Raketen soll in etwa 10.000 Metern Höhe erfolgen.

"Radikale Wende in der Raumfahrt-Industrie"

"Ich habe lange davon geträumt, nach dem Erfolg von SpaceShipOne den nächsten großen Schritt in den privaten Raumflug zu tun", sagte Allen. "Wir befinden uns am Beginn einer radikalen Wende in der Raumfahrt-Industrie."

Die US-Weltraumbehörde Nasa hat in diesem Jahr ihre veraltete Spaceshuttle-Flotte eingemottet. Sie setzt darauf, dass private Firmen Systeme für Weltraumreisen in der nahen Zukunft bauen, etwa für Flüge zur Internationalen Raumstation ISS.

Allens Unternehmen Stratolaunch will nach eigenen Angaben bei der Konstruktion der Maschine mit dem legendären Flugzeugdesigner Burt Rutan zusammenarbeiten. Beide hatten bereits bei der Entwicklung des SpaceShipOne kooperiert, das es 2004 als erstes privat finanziertes bemanntes Raumflugzeug in den Weltraum jenseits der sogenannten Kármán-Linie bei 100 Kilometern Höhe schaffte.

Der Mitteilung zufolge sollen in den neuen Flugzeugriesen sechs Boeing-747-Triebwerke eingebaut werden. Das Gewicht werde bei 544 Tonnen liegen, die Flügelspannbreite bei 116 Metern. Zum Start und zur Landung benötige das Flugzeug eine 3,65 Kilometer lange Bahn.

Allen zählt laut Forbes-Ranking zu den 100 reichsten Menschen der Welt: 2011 wird er dort auf Platz 57 geführt. Er hat erhebliche Teile seines Vermögens in Sportteams wie die Basketball-Mannschaft Portland Trail Blazers und das Football-Team Seattle Seahawks investiert. Er finanzierte das Rock-'n'-Roll-Museum in Seattle und engagiert sich in einer Familien-Stiftung. Allen unterstützte in der Vergangenheit auch schon das kalifornische Seti-Institut bei der Suche nach extraterrestrischer Intelligenz. Ein großes Radioteleskop in Nordkalifornien ist ebenfalls nach dem Computerpionier benannt.

Der 58-Jährige ist indes nicht der einzige Milliardär mit hochfliegenden Ambitionen: Der britische Unternehmer Richard Branson will mit seinem Unternehmen Virgin Galactic in naher Zukunft private Trips ins All anbieten. Im Oktober dieses Jahres eröffnete er in der Wüste von New Mexico den ersten privaten Weltraumbahnhof der Erde.

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