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Pascal Duvier:Die Lage für Kardashians deutschen Bodyguard wird unbequem

  • Als Kim Kardashian in Paris überfallen wurde, war ihr Bodyguard Pascal Duvier nicht da.
  • Der 43 Jahre alte Deutsche, zu dessen Klienten auch Justin Timberlake, Christina Aguilera und Katy Perry gehören, muss sich deshalb einiges an Kritik anhören.
  • Jetzt werden zudem seine finanziellen Probleme öffentlich: Das zuständige Amtsgericht in Heidelberg hat gerade erst ein Insolvenzfahren gegen Duviers Sicherheitsfirma eröffnet.

Seit vier Jahren vertrauen Kim Kardashian und Kayne West ihm ihr Leben an: Der Deutsche Pascal Duvier, 43 Jahre alt, arbeitet als Bodyguard für das Hollywood-Paar. Auch in Paris war er dabei, um Kardashian während der Fashion Week zu schützen. Mit mäßigem Erfolg: Als die 35-Jährige in der Nacht zum Montag im "L'hôtel de Pourtalès", einem Pariser Luxus-Appartement im 8. Arrondissement, überfallen wird, ist Duvier nicht zugegen. Er begleitet gerade Kardashians Schwester Kourtney und Halbschwester Kendall Jenner in den Pariser Nobel-Nachtclub "L'Arc".

Seine Klientin ist im schlimmsten Moment ihres Lebens, wie sie ihn später bezeichnen wird, auf sich allein gestellt: Zwei Männer, die sich als Polizisten verkleidet haben, überfallen die 35-Jährige, erbeuten Schmuck im Wert von mehr als zehn Millionen Euro, fesseln und knebeln ihr Opfer und lassen es in der Badewanne zurück. Kardashian schafft es, sich aus eigener Kraft zu befreien und Duvier zu alarmieren. Zwei Minuten nach Eintreffen der Polizei soll der Bodyguard am Tatort gewesen sein.

Kim Kardashian Kim Kardashian in Paris überfallen und ausgeraubt
Kim Kardashian

Kim Kardashian in Paris überfallen und ausgeraubt

Zwei als Polizisten verkleidete Einbrecher dringen bewaffnet in das Apartment Kardashians ein. Sie fesseln die 35-Jährige und erbeuten Schmuck im Wert von mehreren Millionen Euro.

Nur: Im entscheidenden Moment war Duvier nicht zugegen. Dafür musste er bereits viel Kritik einstecken - von Bodyguard-Kollegen aus Hollywood und in den sozialen Netzwerken. Manche werfen ihm sogar vor, in irgendeiner Weise in den Vorfall verwickelt gewesen zu sein. Ein Ex-Bodyguard Kardashians äußert zwar keine direkten Anschuldigungen, denkt aber laut darüber nach, dass es sich bei dem Überfall um einen sogenannten Inside-Job gehandelt haben könnte - dass also möglicherweise jemand aus Kardashians Umfeld den Überfall geplant hat.

Steve Stanulis, Ex-Polizist der New Yorker Polizei, war im Mai dieses Jahres für Kim Kardashian und Kanye West tätig. Er sagte der New York Post, er glaube, dass die Täter einen Informanten aus dem nahen Umfeld des Paares hatten. "Entweder war das ein Insider - oder eine PR-Maßnahme. Dieses Hotel ist so sicher, irgendwer muss den Tätern einen Tipp gegeben haben, dass sie alleine war, oder die Täter reingelassen haben", sagte Stanulis.

Kardashian ließ bislang nichts auf Duvier kommen. Der Bodyguard selbst, der sich in seinem Blog sowie in jedem erdenklichen sozialen Netzwerk gerne polarisierend zu Wort meldet, sperrte übergangsweise seinen Twitter- und Instagram-Account. Auf den Karrierenetzwerken Xing und Linkedin ist sein Profil jedoch weiter einsehbar. Dort gibt er an, Geschäftsführer der Firma ProtectSecurity Sicherheitsdienste GmbH zu sein.

Die ist aktuell in finanziellen Schwierigkeiten. Am 22. Juli wurde vom Amtsgericht Heidelberg das Insolvenzverfahren gegen das Unternehmen eröffnet, in den Gerichtsdokumenten wird Duvier als Geschäftsführer gelistet. Der zuständige Insolvenzverwalter von der Heidelberger Kanzlei Rapp Wolff bestätigt auf SZ-Anfrage den Vorgang. "Das Unternehmen wird aktuell abgewickelt." Es gebe viele Verbindlichkeiten, heißt es, der Firma gehe es schon länger schlecht. Gläubiger wurden gebeten, sich bis zum 16. September zu melden - und es meldeten sich viele: Fast 1,1 Millionen Euro (exakt sind es 1 093 518,63 Euro) schuldet ProtectSecurity verschiedenen Gläubigern. Eine Information, die Duvier nicht gerade im besten Licht erscheinen lässt - und die seine Personenschützer-Kollegen aus Hollywood zu weiteren Verdächtigungen anregen dürfte.

Duvier: Judoka, Bundeswehrsoldat, Bodyguard

Von Eppelheim nach Hollywood: Vor 13 Jahren, im Mai 2003, hat der im spanischen Málaga geborene Duvier sein Sicherheitsunternehmen in der Nähe von Heidelberg gegründet und schien bisher gut im Geschäft zu sein. Seine Klienten-Liste ist lang und exklusiv. Es finden sich darauf Musikgrößen wie Justin Timberlake, Christina Aguilera, Lana Del Rey, Katy Perry, Will.i.am sowie Sängerin Fergie. Auf Twitter nennt sich Duvier "Biggest Bodyguard Ever", ein Beiname, den er dem Promiportal TMZ zu verdanken hat. Auf Instagram bezeichnet er sich als: "Stolzer Vater zweier wunderschöner Töchter".

Duvier selbst wirbt damit, dass er als Geschäftsführer von ProtectSecurity "ein Sicherheitsteam um die zu schützende Person aufbaut". Vor seiner Zeit als Personenschützer leistete der 1,90 Meter große und mehr als 130 Kilo schwere Duvier seine Wehrpflicht bei der Bundeswehr ab. In einem Interview sagte er dazu: "Ich fand es gut, etwas für mein Land zu tun." Über seinen Vater, einen begeisterten Boxer, entdeckte Duvier einst seine Liebe zum Kampfsport. Weil seine Mutter aber Boxen für zu gefährlich hielt, wechselte der Sechsjährige zum Judo - er praktiziert den Sport seit mehr als 30 Jahren. An der Uni Heidelberg soll er Mathematik studiert haben und nebenher als Türsteher in verschiedenen Clubs der Studentenstadt gearbeitet haben.

Seinen Körper in Form zu halten, sei für ihn essentiell, sagte der Bodyguard einmal in einem Interview. Doch das Wichtigste in seinem Job ist etwas anderes: "Der wichtigste Muskel, den ein Bodyguard trainieren sollte, ist das Gehirn. Du studierst alles um dich herum, jede Bewegung. Ich konzentriere mich immer auf Details und Körpersprache."

Für sein Reaktionsvermögen wurde Duvier noch vor einer Woche von seiner Arbeitgeberin öffentlich gelobt: Als am vergangenen Mittwoch ein in der Modebranche bekannter Grapscher am Rande der Fashion Week Paris versuchte, Kardashians berühmten Po zu küssen, zog Duvier den Angreifer blitzschnell aus dem Verkehr. Kardashian teilte ihren 84 Millionen Twitter-Fans danach mit: "Mein Bodyguard Pascal Duvier ist ein G" - G kann in dem Fall etwa mit "Superheld" übersetzt werden.

Duviers Twitter-Account hat sich in den vergangenen zwei Tagen deutlich verändert. Sämtliche Bilder, die ihn mit seiner Arbeitgeberin zeigen, sind verschwunden. Einem TMZ-Bericht zufolge soll es sich dabei um eine Sicherheitsmaßnahme handeln. Duvier sei weiter für Kardashian tätig. Auch wenn sein Ruf nun deutlich lädiert ist.

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