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Parfümeur Jean-Paul Guerlain verurteilt:6000 Euro Strafe für rassistische Äußerungen

"Ich habe geschuftet wie ein Neger": Für seine rassistische Bemerkung hat ein Gericht den französischen Parfümeur Jean-Paul Guerlain zu einer Geldstrafe verurteilt. Doch der 75-Jährige scheint unbelehrbar: Angeblich soll er schon wieder durch abfällige Äußerungen über Ausländer aufgefallen sein.

"Ausnahmsweise habe ich geschuftet wie ein Neger", sagte Jean-Paul Guerlain bei einem Fernsehauftritt im Jahr 2010, und ergänzte: "Wobei ich nicht weiß, ob Neger jemals so hart geschuftet haben." Nun hat ein französisches Gericht den Parfümhersteller wegen dieser rassistischen Äußerungen zu einer Geldstrafe von 6000 Euro verurteilt.

Der Parfümeur Jean-Paul Guerlain, der auch "Die Nase" genannt wird, wurde zu einer Geldstrafe von 6000 Euro verurteilt.

(Foto: AFP)

Die Bemerkungen waren gefallen, als Guerlain beschreiben wollte, wie unermüdlich er an seinem Duft "Samsara" gearbeitet hatte. Daraufhin reichten mehrere Menschenrechtsgruppen Beschwerden ein, vor dem Guerlain-Geschäft auf der Avenue des Champs-Élysées in Paris kam es zu Protesten. Einige Demonstranten riefen zu einem Boykott der Produkte auf.

Im Gerichtssaal bat der 75-Jährige um Entschuldigung und bezeichnete seine damalige Wortwahl als dumm. "Ich komme aus einer anderen Generation", sagte Guerlain. Der Ausdruck sei damals normal gewesen. "Ich bin alles, aber kein Rassist", beteuerte er. Die Richter sahen von einer Haftstrafe ab, obgleich diese rechtlich möglich gewesen wäre.

Vorgespielte Reue?

Doch die Reue des Parfümeurs könnte nur vorgespielt gewesen sein: Anfang März wurden neue Vorwürfe gegen Guerlain laut. Mehrere Bahnangestellte erstatteten Anzeige, weil er sich gegenüber einem Mitarbeiter angeblich abfällig über Ausländer geäußert haben soll.

Jean-Paul Guerlain, auch als "Die Nase" bekannt, ist der Ururenkel des Unternehmensgründers Pierre François Pascal Guerlain. Im Alter von 65 Jahren zog er sich aus dem Unternehmen zurück, war aber weiterhin als Berater tätig. Nach seiner Äußerung im Fernsehen soll das Unternehmen die Zusammenarbeit beendet haben. Die Marke gehört heute dem Konzern LVMH Moët Hennessy Louis Vuitton.

© Süddeutsche.de/dapd/dpa/soli/jobr
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