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Urbi et orbi:Papst spendet Oster-Segen im fast leeren Petersdom

Statt von der Loggia des Petersdoms spendete Papst Franziskus den Oster-Segen am Grab des Heiligen Petrus - in einem Raum fast ohne Gläubige.

(Foto: AFP)
  • Papst Franziskus hat bei einer Messe in Rom den Segen "Urbi et Orbi" gespendet.
  • Die Feier fand in historisch kleinem Rahmen statt; Pilger und Gläubige konnten dem Gottesdienst nicht beiwohnen.
  • Mit Blick auf den Streit um Eurobonds in der EU warnte Franziskus vor Egoismus.

"Urbi et Orbi" - der Stadt und dem Erdkreis: ein Segen für Zehntausende auf dem Petersplatz und für die mehr als eine Milliarde Katholiken rund um die Welt. Mit ausgebreiteten Armen spendet ihn der Papst alljährlich von der Benediktionsloggia des Petersdoms, hoch über dem Platz voller Gläubiger - normalerweise. In diesem Jahr jedoch hat Franziskus die sonst große Ostermesse in historisch kleinem Rahmen gefeiert.

Der Gottesdienst fand im fast leeren Petersdom statt. Um die Besonderheit der Situation zu betonen, spendete Franziskus den Segen nicht vom Balkon aus, sondern im leeren Hauptschiff des Petersdoms.

Franziskus forderte eine Lockerung internationaler Sanktionen und einen Schuldenerlass für die ärmsten Länder. Mit Blick auf den Streit um Eurobonds in der EU warnte Franziskus vor Egoismus.

Die Europäische Union stehe heute vor einer "epochalen Herausforderung, von der nicht nur ihre Zukunft, sondern die der ganzen Welt abhängt". Um diese zu meistern, seien auch "neue Wege" erforderlich, damit das friedliche Zusammenleben künftiger Generationen nicht auf eine harte Probe gestellt werde.

In seiner Osterbotschaft gedachte das katholische Kirchenoberhaupt der Kranken, die mit dem Coronavirus infiziert sind, und der Corona-Toten. Deren Familien hätten sich in vielen Fällen nicht von ihren verstorbenen Angehörigen verabschieden können.

Papst wünscht Ärzten und Pflegern Kraft und Hoffnung

Kraft und Hoffnung wünschte der Papst Ärzten und Pflegern, die sich "bis zur Erschöpfung und nicht selten bis zum Opfer der eigenen Gesundheit" um die Kranken kümmerten. Franziskus äußerte gleichzeitig die Hoffnung auf Trost und Hilfe für besonders gefährdete Menschen, vor allem Mitarbeiter von Pflegeheimen, Gefangene und das Personal von Haftanstalten.

Franziskus verkündete seine Osterbotschaft vor dem Confessio-Altar, unter dem sich nach der Überlieferung das Grab des Apostels Petrus befindet. Er gestand ein, dass in diesem Jahr viele Gläubige ein "einsames Osterfest, inmitten von Trauer und Nöten, von körperlichem Leid bis hin zu finanziellen Schwierigkeiten" feierten. Viele Menschen sorgten sich angesichts der Corona-Krise um eine ungewisse Zukunft und um ihren Arbeitsplatz.

An die politisch Verantwortlichen appellierte er, allen Menschen ein würdiges Leben zu ermöglichen und ihnen bei der Rückkehr in den Alltag zu helfen. Auch Flüchtlingen und Obdachlosen dürfe es nicht an lebensnotwendiger Unterstützung fehlen.

Der Segen "Urbi et Orbi" ist der wichtigste der katholischen Kirche und wird zu Weihnachten, Ostern und nach einer Papstwahl gesprochen. In der Krise hatte ihn der Papst am 27. März zusätzlich gespendet.

© SZ.de/dpa/AP/KIR/pram/thba
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